Ein bisschen Statistik

Interessante Zahlen aus dem Landesamt für Statistik: Die Dynamik des Zuzugs in die Hauptstadt lässt nach! Nachdem in den letzten fünf Jahren das positive Saldo (also die Differenz zwischen Weg- und Zuzug) sich immer in Größenordnungen von 40 000 bis 50 000 Personen bewegte, läuft es 2018 auf eine deutlich niedrigere Zahl hinaus. Während von Januar bis September 2018 insgesamt 133 400 Personen nach Berlin zogen, verließen 114 000 Personen die Stadt. Daraus ergibt sich ein sogenannter Wanderungsgewinn von 19 400 Personen. Ganz überwiegend waren es Ausländer, die für diese Erhöhung der Bevölkerungszahl sorgten!

Was bedeutet das? Offenbar fällt es den "Einwanderern" aus fremden Ländern (noch) leichter, die für Deutschland doch hohen Kosten für Miete oder für den Erwerb von Wohneigentum in Berlin zu bezahlen. Und es zeigt, dass unsere Stadt im Ausland nach wie vor als attraktiver Lebens- und Arbeitsmittelpunkt gilt. Zugleich wird die Verringerung des Bevölkerungswachstums eine Entspannung am schwierigen Wohnungsmarkt bringen, wenn auch nur eine kleine.

Es bleibt zu hoffen, dass die Anstrengungen, in Berlin mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht nachlassen. Bislang ist hier zu wenig getan worden. Eine Verbesserung des Angebots wäre natürlich auch ganz im Sinne der Neuberliner, der jetzigen und der zukünftigen.


Wo war die Mauer?

Es ist die meistgestellte Frage der Berlin-Besucher. Und ich denke, sie treibt auch heute noch viele Neuberlinerinnen und Neuberliner um. Schließlich stößt man, wenn man hier lebt, immer wieder auf die Spuren dieses furchtbaren Bauwerks. Und erst kürzlich wurde ein bislang unbekanntes Stück Mauer in der Nähe der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes entdeckt.

Vor zwei Tagen jährte sich der Todestag des letzten Maueropfers zum 30. Mal: Chris Gueffroy war 20 Jahre alt, als er am 05. Februar 1989 in der Nähe der Britzer Allee Brücke beim Fluchtversuch erschossen wurde. Im Fernsehen lief am 03. Februar eine sehr eindrucksvolle und bewegende Dokumentation, die man sich ab heute noch drei Tage lang in der rbb-Mediathek anschauen kann. Titel: "Das kurze Leben des Chris Gueffroy". Insgesamt geht man davon aus, dass in Berlin 140 Menschen getötet wurden, als sie versuchten, die Mauer zu überwinden.


Viel Glück!

Allen Neuberlinern und all denen, die es 2019 noch werden wollen, wünsche ich, dass sie hier in Berlin getreu der Devise des "alten Fritz" (König Friedrich II., genannt der Große, 1740-1786) nach ihrer Fasson selig werden.


Beelitzer Heilstätten

Lust auf einen Ausflug ins "Umland", d.h. nach Brandenburg? Auch im Herbst und Winter lockt ein Besuch der einst größten und modernsten Lungenheilanstalt der Welt. Nicht nur für Leser von Thomas Manns "Der Zauberberg" ist der morbide Charme der insgesamt sechzig Gebäude ein einzigartiges Erlebnis.

Wie kommt man hin? Am besten mit der Regionalbahn RB 7 von Berlin oder mit der RB 23 von Potsdam aus. Nach einer halben Stunde steigt man am Bahnhof Beelitz-Heilstätten aus und geht nur noch fünf Minuten bis zum Eingang am Pförtnerhaus.

Wer erzählt einem die hochinteressante(n) Geschichte(n) der Heilstätten? Da kann es nur eine Antwort geben: Die fantastische Stadtführerin Irene Krause, Tel.: 033204-61262, mobil: 0160-2233328. E-Mail: IreneKrause@gmx.net, Internet: www.irenekrause.de. Ich habe selten eine derart kundige und engagierte Kollegin erlebt. Mit ihr kommt man auch in die sonst abgesperrten Bereiche des Areals.

Nach ihrer ausgezeichneten Führung sollte man unbedingt den Baumkronen- und Zeitreisepfad "Baum und Zeit" begehen. Er ermöglicht eine atemberaubende Perspektive auf die Beelitzer Heilstätten. In zwanzig Metern Höhe wandelt man über dem deutschlandweit einzigartigen Dachwald und sieht aus nächster Nähe Ruinen und die noch intakten Häuser. Der Turm sowie der Pfad sind barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen.


Vegetarisch-vegan in Kreuzberg

Manchmal macht man, rein zufällig, eine Entdeckung: In der Marheineke Markthalle in Kreuzberg gibt es das Bistro "Die kleene Aubergine". Der Chef heißt Okan Sahin. Er steht selbst am Herd und bereitet aus frischen Produkten wohlschmeckende fleischlose Gerichte, z.B. Rote-Beete-Risotto mit Rucola und Ziegenkäse oder Käsespätzle mit Pilzen, Tomaten und Salat. Wir waren wirklich überrascht von der Qualität und der Sorgfalt, mit der hier direkt vor den Augen der Gäste gekocht wird. Und die Preise sind sehr zivil.

Öffnungszeiten: Montag bis einschließlich Sonnabend, von 10 bis 20 Uhr.

Übrigens: Das passende Glas Wein holt man sich gleich nebenan beim Italiener: Wir hatten einen ausgezeichneten Vermentino (Glas 0,2 l zu € 3,90).

www.diekleeneaubergine.de


Einzigartige Show in Berlin: "Der Blaue Montag"

Es gibt im reichhaltigen Unterhaltungsangebot von Berlin ein Unikum, eine Veranstaltung, die genau die Vielfalt und Verrücktheit dieser Stadt veranschaulicht. Sie findet einmal im Monat, immer an einem Montag, in den "Wühlmäusen" statt, die Didi Hallervorden zu einer der besten Kabarettbühnen Berlins gemacht hat. Am 1. Oktober ist es wieder soweit: Präsentiert vom Altmeister Arnulf Rating treten Liedermacher, Trapezkünstler, Politkabarettisten, Poetry-Slammer und Jongleure in raschem Wechsel vor ein bestimmt wieder begeistertes Publikum. Man kann mit gutem Gewissen einen sehr vergnüglichen, typisch berlinischen Abend versprechen, der manche (angenehme) Überraschung bringen wird.

Der 196. Blaue Montag

Montag, 1.10.2018 , Beginn: 20 Uhr

Kartenpreise: 27,50 / 29,50 / 32,50 Euro

Karten-Telefon: 030-30 67 30 11

Ort: Berliner Kabarett-Theater Die Wühlmäuse, Pommernallee 2-4, 14052 Berlin, U 2 Theodor-Heuss-Platz

Nächste Termine:  11.02.2019


Hitler - Wie konnte es geschehen?

Diese Ausstellung sollte man gesehen haben, gerade in den heutigen Zeiten, da wieder gefährliche Brandstifter unterwegs sind. In einem ehemaligen Zivilschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg werden Antworten gegeben: Wie gelang es den Nazis, sich zu etablieren? Warum gab es relativ wenig Widerstand gegen die Errichtung der Diktatur? Wieso haben die meisten Menschen still gehalten, selbst dann noch, als der Krieg schon verloren war?

Es ist keine Übertreibung: Was im Bunker am Anhalter Bahnhof gezeigt wird, ist in Umfang und Tiefe einmalig in Berlin.

Anfahrt und Tickets

Adresse
Schöneberger Str. 23A, 10963 Berlin, S Anhalter Bahnhof

Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag: 10:00 – 19:00 Uhr, (letzter Einlass 18:00 Uhr)

Tickets
Eintritt: 12€ (Bar, Visa, Master, EC)
AudioGuide (DE/EN): 1.50€

Sprachen
Deutsch + Englisch


Die Neunziger sind wieder da

Berlin nach dem Mauerfall: Eine wilde, widersprüchliche Zeit. Zwei Stadthälften werden wieder zusammengeklebt. Das dauert und in der Zwischenzeit gibt es Freiräume, die genutzt werden: Häuser werden besetzt, in Kellern und verlassenen Gebäuden wird Party gemacht. Nach und nach verschwindet die Mauer aus dem Stadtbild, aus den Herzen verschwindet sie nicht so schnell. Neue Leute kommen in die Stadt, es wird geplant und gebaut, gehofft und auch gebangt.

Mancher Berliner, in West und in Ost, tut sich schwer mit der rasanten Veränderung. Dies alles passiert in den 1990er Jahren. Eine neue multimediale Ausstellung greift dieses Thema auf. Gleich zu Beginn zeigt eine riesige Projektion die passenden Bilder: Helmut Kohl, Hausbesetzer und HipHopper. Der Lärm dazu hilft nicht unbedingt. Natürlich wird an die Mauer und an die Toten erinnert, allerdings in sehr drastischer Weise. Dreizehn Zeitzeugen, darunter Gregor Gysi und Inga Humpe, erzählen ihre Neunziger in Berlin. Im Raum „Lost Berlin“, einem Labyrinth mit vielen Sackgassen,  lässt sich der Techno-Sound über Touchscreens abrufen, Stichwort „Love Parade“. Schließlich bietet die Abteilung „Shop the Nineties“ neonfarbenen Nippes an, der den Besucher etwas ratlos zurücklässt.

Nineties Berlin, 4. August bis Februar 2019, täglich 10 bis 20 uhr, Alte Münze, Molkenmarkt 2, Eintritt 12,50 Euro, ermäßigt 8,50 Euro, nineties.berlin.


Neues Theater im September, Berliner Mundart gerettet!

Zu den über 100 Theatern in dieser Stadt kommt demnächst ein neues, ein ganz besonderes hinzu: Die Berliner Kabarettistin Marga Bach, bekannt durch viele Auftritte auf diversen hiesigen Bühnen, wagt den Sprung. Zusammen mit gestandenen Kollegen will sie sich der Pflege der Berliner Schnauze widmen, der seit jeher eine besondere Schlagfertigkeit, auch Deftigkeit und Punktgenauigkeit eignet.

Gespielt wird täglich außer dienstags, Tickets kosten einheitlich 24 Euro, erhältlich telefonisch, per E-Mail oder an Theaterkassen. Los geht es ab 02. September.

 

Adresse und Kontakt:
Berliner Schnauze und MUNDart Comedy Theater
Karl-Marx-Allee 133
10243 Berlin-Friedrichshain
berliner-schnauze-theater@gmx.de
Tel. 0179-53 499 66
www.berliner-schnauze-theater.com


Noch etwas Neues in Berlin

Jahrelang lag es im Dornröschenschlaf: Das Märkische Museum, auch gerne Stadtmuseum genannt. Wer hat es wachgeküsst? Der Mann heißt Paul Spies und ist kein Prinz. Die Dauerausstellung zur Geschichte, zur Kultur und zum Alltagsleben Berlins wurde unter seiner Regie zeitgemäß umgestaltet. Daneben gibt es wechselnde Sonderausstellungen. Speziell für Neuberliner ist dieser Ort, so wie er sich heute präsentiert, eine ideale Quelle der Information und eine wunderbare Einführung in die neue Heimat.

Adresse und Kontaktdaten:
MÄRKISCHES MUSEUM, Am Köllnischen Park 5, 10179 Berlin
ÖFFNUNGSZEITEN: Di–So 10–18 Uhr
EINTRITTSPREIS: 7,00 / erm 4,00 Euro (inkl. Audioguide) | bis 18 Jahre frei
jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei
info@stadtmuseum.de
https://www.stadtmuseum.de/maerkisches-museum

Foto: © Stadtmuseum Berlin, Christian Kielmann