Berlin

Beginners' Blog

Neuigkeiten für Neuberliner

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 3: Rücksichtslose Radler

Selbst erlebt vor kurzem: Junge Frau mit Kind auf dem Fahrrad in Prenzlauer Berg. Munter fährt sie auf dem Bürgersteig und über rote Ampeln. Man möchte vor Wut schreien über so viel Dummheit und Verantwortungslosigkeit.

Oder: Fahrradkurier brettert full speed über den Kaiserdamm. Ein Bus mit Touristen aus Frankreich hat angehalten. Eine ältere Frau steigt aus und kann sich nur durch einen Sprung beiseite vor dem rasenden Vollidioten retten. Die Frau liegt mit Schürfwunden am Boden. Der dämliche Rabauke hält nicht einmal an. Mehr Beispiele gefällig: http://www.spiegel.tv/#/filme/fahrradkrieg-berlin/.

Neuberliner, fahrt Fahrrad, so oft es geht. Es ist billig, gesund und macht gute Laune (wissenschaftlich erwiesen). Aber, bitte, respektiert die Regeln und bewegt Euch mit Vor- und Rücksicht durch den Verkehr.

Demnächst: Teil 4 / "Alte" Wessis - "alte" Ossis

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 2: Unfreundliche Dienstleister

Es kann die Verkäuferin sein, die erst grimmig schaut und Euch dann den Rücken zudreht. Oder der Mann auf der Behörde, der Besucher für Rekruten hält und folgerichtig im Feldwebelton kommuniziert. Oft ist es auch der Kellner, dessen Arroganz nur von seiner Unfähigkeit übertroffen wird. Sie alle haben bis heute nicht begriffen, dass ihr Gehalt nicht vom Chef, sondern vom Kunden bezahlt wird.

Neuberliner, auf diese netten Zeitgenossen müsst Ihr in Berlin gefasst sein. Lasst Euch nichts gefallen. Gebt Kontra, besteht auf Eurem Recht, anständig bedient zu werden.

Klar, in der großen Stadt hat man wenig Zeit und der Ton ist naturgemäß etwas rauer als anderswo. Aber Berlin hat in puncto Freundlichkeit und Kundenorientierung noch eine ganze Menge dazuzulernen. Am Pariser Platz, dem Wohnzimmer der Stadt, gibt es eine Bäckerei, die viele Kunden hat, die kein Deutsch sprechen. Darauf hat man sich bis heute nicht eingestellt und bedient die Gäste tapfer im Berliner Idiom ("Hamwa nich"). Nur ein Beispiel von leider immer noch vielen.

Demnächst: Teil 3 / Rücksichtslose Radfahrer

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 1: "Linke" Spießer

Sie glauben, die Stadt oder Teile davon gehören ihnen.

Sie verhindern, dass ein harmloses Zukunftslabor in Kreuzberg tagt. Was hätte die Initiative ihnen wegnehmen können?
Sie schimpfen auf Touristen, die in ihr Revier eindringen. Was wäre die Stadt wirtschaftlich ohne die Besucher?
Sie wehren sich gegen die Ansiedlung von Arbeitsplätzen an der Spree. Wie wollen wir die immer noch hohe Arbeitslosigkeit in Berlin reduzieren?

Sie? Wer sind "sie"? Es sind Menschen, die sich als fortschrittlich aufspielen. In Wahrheit sind sie traurige Reaktionäre, Besitzstandswahrer, denen man das Prädikat "links" zu Unrecht verleiht. Die Stadt, die sich verändert, ist ihnen ein Ärgernis. Änderungen stören sie in ihrer Behaglichkeit, die sie vielfach nicht eigener Arbeit, sondern staatlicher Unterstützung verdanken.

Sie nerven in Berlin.

Demnächst: Teil 2 / Unfreundliche Dienstleister

Was nervt in Berlin?

Liebe Neuberlinerin, lieber Neuberliner,
stets habe ich Euch diese Stadt in hellen Farben beschrieben. Es bleibt dabei: Es ist eine aufregende und zugleich lebenswerte Gegend. Aber es gibt sie natürlich auch hier, die Schattenseiten. Nach zehn Jahren hier werde ich in einer mehrteiligen Serie sagen, was in und an Berlin nervt. Auf diese Weise seid Ihr auch auf negative Erfahrungen und unschöne Phänomene vorbereitet.

Mit fröhlichen Grüßen
Euer Berlin-Fan Thomas Knuth

Berlin: Wie fing das Ganze an?

Neuberliner! An allen Ecken und Enden begegnet Ihr der Geschichte dieser Stadt. Nicht immer verlief sie glücklich, nicht immer gab sie Anlass zu überschwänglicher Begeisterung.
Aber wie und wo hat diese Geschichte Berlins begonnen? Es ist sinnvoll und fördert auch das Verständnis der heutigen Mentalität der Berliner, wenn man sich mit dieser Frage beschäftigt.
Dafür gibt es jetzt ein wunderbares Buch. Ich kann es nur wärmstens empfehlen: "Berlin im Mittelalter" (Berlin Story Verlag 2012, Euro 19,80). Der Autor Norbert Meier erzählt die ganze Geschichte der Anfänge, nicht trocken, sondern sehr anschaulich (auch dank vieler schöner Illustrationen). Es geht um den Namen der Stadt, um das wehrhafte Geschlecht der Askanier, das sie gegründet hat, um Sitten und Gebräuche im Mittelalter, um Menschen und Märkte der Doppelstadt Berlin-Cölln. Ausgehend von den jüngsten archäologischen Ausgrabungen im alten Cölln, vor dem Roten Rathaus und auf dem Schloßplatz vermittelt Meier vielfach ein neues, ein überaus spannendes Bild von der Entstehung und Entwicklung der Stadt.
Ehrenwort: Wenn man dieses Buch gelesen hat, betrachtet man Berlin mit anderen Augen! Am besten gleich bestellen, denn die 1. Auflage geht bereits zur Neige:
http://www.berlinstory-shop.de/Berlin-Buecher/Bildbaende/5569/Dr-Norbert...

Alice alleine in Berlinland

Berlin ist ein eigener Kosmos, der vor Paradoxa und Absurditäten nur so strotzt. Fast wie das Wunderland von Alice. Es ist anders und deshalb attraktiv. Daher strömen mehr und mehr Studenten, Gründer, Freiberufler und Angestellte nach Berlin, um an dem unkonventionellen Leben bzw. sympathischen Durcheinander teilzunehmen.

Nachdem man alle Sehenswürdigkeiten und Attraktionen abgeklappert hat, ist man jedoch als Neuberliner schnell an dem Punkt, wo man feststellt, dass das Leben im Kiez doch an einem vorbeigeht. Wie soll Alice das auch alles machen, tagtäglich schuftet sie sich ab und soll dann auch noch Freunde finden? Wird sie wieder eine Person mehr sein, die alleine in Berlin ist und sich nur an der Fassade des Wunderlands erfreuen kann?
Nein, Alice gibt nicht auf, sie will das Wunderland (er)leben und hat das Internet für sich entdeckt. Dort kann sie sich bei virtuellen Stammtischen registrieren. Ebay-Kleinanzeigen z.B. ermöglichen Alice neue Leute in Berlin kennenzulernen. Auch auf das mobile Internet kann sich Alice verlassen: Hier kann sie mit groobr (einer App für Iphone und Android) mobil neue Leute in ihrer direkten Umgebung beim Cocktailtrinken, Beachvolleyball oder beim Bearpit Karaoke im Mauerpark treffen. Jetzt ist Alice gewappnet und findet doch den Weg ins Wunderland Berlin.

Louis Rens
groobr.de

Thomas Knuth bei Alex TV

Im Mai hatte ich beim lokalen Sender Alex TV Gelegenheit, meine Erfahrungen mit Berlin in einem ausführlichen Gespräch darzustellen. Das Interview ist ganz nett geworden, vor allem dank der gut vorbereiteten und kritisch nachfragenden Moderatorin. Man kann sich den Beitrag in der Mediathek anschauen: http://www.alex-berlin.de/tv. Die Rubrik in der Auswahlzeile für Sendungen heißt: "Raum für Notizen". Viel Spaß dabei.

Wer oder was sind die Piraten eigentlich?

Auf diese Frage gibt ein neues Buch fundierte Antworten: "Das Betriebssystem erneuern - Alles über die Piratenpartei" (Stefan Appelius / Armin Fuhrer. Berlin Story Verlag).
Die Autoren - der eine Politikwissenschaftler, der andere investigativer Journalist - sind dem Phänomen auf den Grund gegangen. Sie begreifen die Erfolgsgeschichte der Piraten als Ausdruck einer tiefgreifenden Krise unserer repräsentativen Demokratie. Für ihre Recherche sind sie quer durch Deutschland gereist, haben die Piratenbasis auf Parteitagen in den Ländern erlebt und mit führenden Köpfen gesprochen.
Ausführlich werden die zentralen Konzepte der Partei dargestellt: liquid democracy als neue Form der Mitwirkung für alle Bürger und liquid feedback als Instrument interner Entscheidungsfindung. Die Defizite der noch jungen Gruppierung, die unter anderem in der rudimentären Programmatik, aber auch in der schwierigen praktischen Umsetzung einer direkteren Art von Mitbestimmung liegen, werden dabei nicht ausgespart.
Entstanden ist so eine erfreulich vorurteilsfreie, sehr informative und breit angelegte Bestandsaufnahme, die die Bedeutung der Piratenpartei schon darin erkennt, dass die etablierten Parteien und die politische Landschaft insgesamt durch sie Anstöße erhalten, die auch bei einem möglichen Scheitern der neuen Partei wirken werden.

Friedrichshain - für Bewohner und Besucher

Der kleine, aber überaus feine Doggerbank Verlag hat wieder zugeschlagen und legt in seiner Reihe "Der Kleine Stadtführer" ein hübsch gemachtes Bändchen über einen der spannensten Bezirksteile Berlins vor. Für schlappe 6,90 Euro wird auf 122 Seiten die ganze Vielfalt und Dynamik des ehemaligen Arbeiter-Stadtteils im Osten ausgebreitet.
Es geht dabei nicht nur um Tipps für Einkaufen, Ausgehen, Kultur und Freizeit. Die Porträts einiger interessanter Friedrichshainer vermitteln vielmehr ein Gefühl für die Anziehungskraft, die der Stadtteil - nach wie vor - vor allem auf junge Menschen aus aller Welt ausübt.
Der neue Stadtführer ist liebevoll und übersichtlich gestaltet. Er ist nicht nur ein zuverlässiger Wegweiser für Erkundungen von Seiten neugieriger Neuberliner, die (noch) nicht in Friedrichshain wohnen, sondern auch ein sehr nützliche Begleiter für Eingeborene und Zugewanderte. www.doggerbank-verlag.de/index340_Start.html.

Warum ist es in Berlin so schön?

Unter anderem deshalb, weil es hier viele ungewöhnliche Zeitgenossen gibt. Menschen mit besonderen Begabungen. Menschen, die sich auf ihre Weise für Berlin begeistern und einsetzen. Wir alle lieben z.B. unseren Wowi, der so gut zu dieser Stadt passt.

Aber dann haben wir da noch einen Wieland! Er ist die gute Seele des Berliner Buchhandels: Verleger, Buchhändler und vielfacher Autor. Auch Ausstellungsmacher und spiritus rector des fantastischen, immer im Sommer stattfindenden Geschichtsfestivals "Historiale". Rührig und auch risikobereit wie kein anderer. Und immer dort zu finden, wo es um die Zukunft der Hauptstadt geht.

Wieland Giebel schreibt auch täglich einen wunderbaren Blog, in dem er nicht nur neue Berlin-Bücher vorstellt. Nein, der Neuberliner findet dort viele Perlen, z.B. einen tollen Film, der zeigt, was in einer Buchhandlung des nachts geschieht. Schauen Sie sich diesen "Tanz der Bücher" unbedingt an: http://www.berlinstory.de/blog (einfach so lange scrollen bis der Beitrag kommt, Datum: 15.01.2012).

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