Berlin

Beginners' Blog

Neuigkeiten für Neuberliner

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 7: Vandalen in der Stadt

Am Gleisdreieck wurde im September 2011 ein schöner neuer Park eingeweiht. Drei Wochen später waren die Bänke schon flächendeckend mit Graffiti "verziert" und die Naturschutz-Schilder aus dem Boden gerissen. Den U-Bahnhof Kurfürstendamm hat man vor kurzem aufwändig saniert. Vandalen haben ihn schnell wieder in seinen traurigen vorigen Zustand zurückverwandelt.
Die Deutsche Bahn und die BVG müssen jedes Jahr über 15 Millionen Euro ausgeben, um die mutwilligen Zerstörungen von Fahrzeugen und Einrichtungen zu reparieren, Berlins Vermieter zahlen jährlich 48 Millionen Euro für die Beseitigung von Graffiti und sonstigen Beschädigungen ihrer Häuser.
Neuberliner, es genügt, einmal quer durch die Stadt zu fahren, um sich selbst ein Bild zu machen. Wir, die wir mit Bürgersinn ausgestattet sind, müssen uns wehren gegen die Idioten, die unsere Stadt kaputt machen. Aktionen wie zuletzt "Saubere Stadt " (siehe TAGESSPIEGEL) sind ein guter Anfang, weitere Zusammenschlüsse von Bürgern wünschenswert.
Es klingt nach Blockwart, aber geht nicht anders: Meldet es der Polizei bzw. der Bahn und der BVG, wenn Ihr Vandalen bei ihrem Treiben beobachtet. Null Toleranz für Stadtzerstörer!

Demnächst: Teil 8 / Unwillige Migranten

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 6: Mythos Multikulti

Seit vielen Jahren gehen speziell in Berlin die Bannerträger des Gutmenschentums mit einer Vorstellung vom Zusammenleben der Kulturen hausieren, die in der Praxis nicht funktioniert, nicht funktionieren kann.
Auszug aus einem Interview mit dem langjährigen Leiter der Berliner Stadtmission, Pfarrer Hans-Georg Filker:
Frage: "Was assoziieren Sie mit dem vielstrapazierten Begriff "Multi-Kulti"?
Antwort: "Traumtänzerei! Das funktioniert nur dort, wo durch einen guten Zufall echte Beziehungen zwischen den Ethnien wachsen. Diejenigen, die das als Ziel fordern oder als erreichten Zustand feiern, nähern sich einer anderen Ethnie überwiegend wie einer Reisebekanntschaft. Man muss dann gar nicht mehr auf die Bahamas fahren, denn man hat den Reggae ja schon hier. Oder man isst einen Döner und fühlt sich solidarisch mit der Türkei. Darin liegt eine völlige Verkennung der Ernsthaftigkeit und der Wirkung kultureller Wurzeln."
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Zitat aus: Manuela Arand/Thomas Knuth. Berlin 1989-2009, eine Bilanz in 12 Gesprächen. Berlin Story Verlag 2009.

Demnächst: Teil 7 / Vandalen in der Stadt

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 5: Anspruchsdenken trotz leerer Kassen

Hier mal ein kleines Stadtschlösschen in Mitte (auch Berlin zahlt dafür!), dort eine neue Zentral- und Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld. Natürlich auch kostenlose Kitaplätze und Kultur und Bildung zum Nulltarif.

Aber das ist nicht genug: Jeden Tag wacht in dieser Stadt jemand auf und ruft nach mehr Geld vom klammen Land (demnächst 63 Milliarden Euro Schulden). Jeder und alles soll in Berlin finanziell gefördert werden, trotz der dringenden Notwendigkeit zum Sparen bei den Ausgaben angesichts des gewaltigen Defizits.

All den unverschämten Anspruchstellern sollte man einen Ausspruch John F. Kennedys ins Stammbuch schreiben: "Frage nicht, was Dein Land für Dich tun kann, frage, was Du für Dein Land tun kannst". Lieber Neuberliner: Es ist an der Zeit, dass wir auch in dieser Hinsicht frischen Wind in die Hauptstadt tragen.

Demnächst: Teil 6 / Mythos Multikulti

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 4: "Alte" Wessis - "alte" Ossis

Vor 23 Jahren fiel die Mauer. Dumme Redeweise. Sie fiel nicht. Sie wurde umgestoßen. Von den Brüdern und Schwestern im Osten.
Leider, liebe Neuberliner, steckt sie aber immer noch in vielen Köpfen, in östlichen und westlichen. Immer noch gibt es Ostberliner, die sich zurücksehnen in die Zeit, in der der Staat alles regelte, was man zum Leben braucht.
Dieser Versorgungsmentalität entspricht auf Westberliner Seite eine Subventionsmentalität: Man hing - gerne - am Tropf der Bundesrepublik und hatte sich gut eingerichtet in seinem Eingemauertsein. Als der Vorhang dann hochging und der privilegierte Status verschwand, war die anfängliche Freude über die Wiedervereinigung rasch vorüber.
Sicher, diese beiden Phänomene sind nur bei älteren Einwohnern Berlins anzutreffen. Man tut aber gut daran, sich klarzumachen, woher manche merkwürdige Äußerung und Haltung kommt. Vorsicht vor allem auch am Arbeitsplatz: Sind "alte" Wessis oder "alte" Ossis an Bord, sollte man sich genau überlegen, was man aus Neuberliner Sicht zur jüngsten Geschichte Deutschlands sagt.

Demnächst: Teil 5 / Anspruchsdenken trotz leerer Kassen

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 3: Rücksichtslose Radler

Selbst erlebt vor kurzem: Junge Frau mit Kind auf dem Fahrrad in Prenzlauer Berg. Munter fährt sie auf dem Bürgersteig und über rote Ampeln. Man möchte vor Wut schreien über so viel Dummheit und Verantwortungslosigkeit.

Oder: Fahrradkurier brettert full speed über den Kaiserdamm. Ein Bus mit Touristen aus Frankreich hat angehalten. Eine ältere Frau steigt aus und kann sich nur durch einen Sprung beiseite vor dem rasenden Vollidioten retten. Die Frau liegt mit Schürfwunden am Boden. Der dämliche Rabauke hält nicht einmal an. Mehr Beispiele gefällig: http://www.spiegel.tv/#/filme/fahrradkrieg-berlin/.

Neuberliner, fahrt Fahrrad, so oft es geht. Es ist billig, gesund und macht gute Laune (wissenschaftlich erwiesen). Aber, bitte, respektiert die Regeln und bewegt Euch mit Vor- und Rücksicht durch den Verkehr.

Demnächst: Teil 4 / "Alte" Wessis - "alte" Ossis

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 2: Unfreundliche Dienstleister

Es kann die Verkäuferin sein, die erst grimmig schaut und Euch dann den Rücken zudreht. Oder der Mann auf der Behörde, der Besucher für Rekruten hält und folgerichtig im Feldwebelton kommuniziert. Oft ist es auch der Kellner, dessen Arroganz nur von seiner Unfähigkeit übertroffen wird. Sie alle haben bis heute nicht begriffen, dass ihr Gehalt nicht vom Chef, sondern vom Kunden bezahlt wird.

Neuberliner, auf diese netten Zeitgenossen müsst Ihr in Berlin gefasst sein. Lasst Euch nichts gefallen. Gebt Kontra, besteht auf Eurem Recht, anständig bedient zu werden.

Klar, in der großen Stadt hat man wenig Zeit und der Ton ist naturgemäß etwas rauer als anderswo. Aber Berlin hat in puncto Freundlichkeit und Kundenorientierung noch eine ganze Menge dazuzulernen. Am Pariser Platz, dem Wohnzimmer der Stadt, gibt es eine Bäckerei, die viele Kunden hat, die kein Deutsch sprechen. Darauf hat man sich bis heute nicht eingestellt und bedient die Gäste tapfer im Berliner Idiom ("Hamwa nich"). Nur ein Beispiel von leider immer noch vielen.

Demnächst: Teil 3 / Rücksichtslose Radfahrer

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 1: "Linke" Spießer

Sie glauben, die Stadt oder Teile davon gehören ihnen.

Sie verhindern, dass ein harmloses Zukunftslabor in Kreuzberg tagt. Was hätte die Initiative ihnen wegnehmen können?
Sie schimpfen auf Touristen, die in ihr Revier eindringen. Was wäre die Stadt wirtschaftlich ohne die Besucher?
Sie wehren sich gegen die Ansiedlung von Arbeitsplätzen an der Spree. Wie wollen wir die immer noch hohe Arbeitslosigkeit in Berlin reduzieren?

Sie? Wer sind "sie"? Es sind Menschen, die sich als fortschrittlich aufspielen. In Wahrheit sind sie traurige Reaktionäre, Besitzstandswahrer, denen man das Prädikat "links" zu Unrecht verleiht. Die Stadt, die sich verändert, ist ihnen ein Ärgernis. Änderungen stören sie in ihrer Behaglichkeit, die sie vielfach nicht eigener Arbeit, sondern staatlicher Unterstützung verdanken.

Sie nerven in Berlin.

Demnächst: Teil 2 / Unfreundliche Dienstleister

Was nervt in Berlin?

Liebe Neuberlinerin, lieber Neuberliner,
stets habe ich Euch diese Stadt in hellen Farben beschrieben. Es bleibt dabei: Es ist eine aufregende und zugleich lebenswerte Gegend. Aber es gibt sie natürlich auch hier, die Schattenseiten. Nach zehn Jahren hier werde ich in einer mehrteiligen Serie sagen, was in und an Berlin nervt. Auf diese Weise seid Ihr auch auf negative Erfahrungen und unschöne Phänomene vorbereitet.

Mit fröhlichen Grüßen
Euer Berlin-Fan Thomas Knuth

Berlin: Wie fing das Ganze an?

Neuberliner! An allen Ecken und Enden begegnet Ihr der Geschichte dieser Stadt. Nicht immer verlief sie glücklich, nicht immer gab sie Anlass zu überschwänglicher Begeisterung.
Aber wie und wo hat diese Geschichte Berlins begonnen? Es ist sinnvoll und fördert auch das Verständnis der heutigen Mentalität der Berliner, wenn man sich mit dieser Frage beschäftigt.
Dafür gibt es jetzt ein wunderbares Buch. Ich kann es nur wärmstens empfehlen: "Berlin im Mittelalter" (Berlin Story Verlag 2012, Euro 19,80). Der Autor Norbert Meier erzählt die ganze Geschichte der Anfänge, nicht trocken, sondern sehr anschaulich (auch dank vieler schöner Illustrationen). Es geht um den Namen der Stadt, um das wehrhafte Geschlecht der Askanier, das sie gegründet hat, um Sitten und Gebräuche im Mittelalter, um Menschen und Märkte der Doppelstadt Berlin-Cölln. Ausgehend von den jüngsten archäologischen Ausgrabungen im alten Cölln, vor dem Roten Rathaus und auf dem Schloßplatz vermittelt Meier vielfach ein neues, ein überaus spannendes Bild von der Entstehung und Entwicklung der Stadt.
Ehrenwort: Wenn man dieses Buch gelesen hat, betrachtet man Berlin mit anderen Augen! Am besten gleich bestellen, denn die 1. Auflage geht bereits zur Neige:
http://www.berlinstory-shop.de/Berlin-Buecher/Bildbaende/5569/Dr-Norbert...

Alice alleine in Berlinland

Berlin ist ein eigener Kosmos, der vor Paradoxa und Absurditäten nur so strotzt. Fast wie das Wunderland von Alice. Es ist anders und deshalb attraktiv. Daher strömen mehr und mehr Studenten, Gründer, Freiberufler und Angestellte nach Berlin, um an dem unkonventionellen Leben bzw. sympathischen Durcheinander teilzunehmen.

Nachdem man alle Sehenswürdigkeiten und Attraktionen abgeklappert hat, ist man jedoch als Neuberliner schnell an dem Punkt, wo man feststellt, dass das Leben im Kiez doch an einem vorbeigeht. Wie soll Alice das auch alles machen, tagtäglich schuftet sie sich ab und soll dann auch noch Freunde finden? Wird sie wieder eine Person mehr sein, die alleine in Berlin ist und sich nur an der Fassade des Wunderlands erfreuen kann?
Nein, Alice gibt nicht auf, sie will das Wunderland (er)leben und hat das Internet für sich entdeckt. Dort kann sie sich bei virtuellen Stammtischen registrieren. Ebay-Kleinanzeigen z.B. ermöglichen Alice neue Leute in Berlin kennenzulernen. Auch auf das mobile Internet kann sich Alice verlassen: Hier kann sie mit groobr (einer App für Iphone und Android) mobil neue Leute in ihrer direkten Umgebung beim Cocktailtrinken, Beachvolleyball oder beim Bearpit Karaoke im Mauerpark treffen. Jetzt ist Alice gewappnet und findet doch den Weg ins Wunderland Berlin.

Louis Rens
groobr.de

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