Berlin

Beginners' Blog

Neuigkeiten für Neuberliner

Sie leben, sie leben noch!

Wer hätte es gedacht? Peter Alexander, der Wiener Charmebolzen, Mireille Mathieu, die Heulboje aus Frankreich, Heintje und Roy Black: Es gibt sie noch, sie sind nicht tot zu kriegen! Woher ich das weiß? Ich habe sie selbst gesehen und gehört. Gestern Abend und schon zum zweiten Mal. Wo denn? In der Bar jeder Vernunft.

Die Show von Ursli und Toni Pfister ist absoluter Kult. Wie sie es schaffen, die spießige Schlagerzeit der 60er und 70er Jahre auf die kleine Bühne der Bar zurückzubringen, ist wirklich einmalig. Wir haben auch beim zweiten Besuch Tränen gelacht. Bei Peter Alexander ("Die kleine Kneipe") stimmt jede Geste, jeder Gesichtsausdruck. Und wenn Mireille ("Akropolis adieu") ihr Breitwand-Lächeln aus 64 Zähnen aufsetzt, gibt es kein Halten im Publikum mehr. Das ist ganz große parodistische Kunst. Und erstaunlich gut auch vom Gesang und von der Musik her (wunderbar das Begleit-Trio von Jo Roloff).

Der unvergessliche Abend wird noch bis 31.12. wiederholt. Schnell buchen, denn die Klasse der beiden Pfisters spricht sich herum.
http://www.bar-jeder-vernunft.de/de/programm-tickets/e/ps/sev/pv/pid/33/

Erholung im Spreewald

Das Zauberwort heißt "Entspannung", der Zauberort "Zur Bleiche - Resort und SPA". Was verbirgt sich hinter diesem rätselhaften Namen? Kurz gesagt, das beste Wellness-Hotel in ganz Brandenburg. Man fährt nur eine gute Stunde von Berlin aus in südostliche Richtung und gelangt in das Spreewald-Städtchen Burg. Am Ortsrand liegt, in buchstäblich beruhigender Entfernung von der Straße, der ausgedehnte Hotelkomplex. Keine Angst: Es handelt sich um keine Bettenburg, sondern vom Ursprung her wirklich um eine Entfärbungsfabrik, die auf Friedrich den Großen zurückgeht.

In der DDR-Zeit ein Ferienheim des FDGB, wurde die Anlage 1992 vom Ehepaar Clausing übernommen und sukzessive ausgebaut. Heute verfügt das Hotel über 90 Zimmer, die insgesamt 180 Gäste beherbergen können. Die gleiche Zahl von Mitarbeitern steht bereit, um das erholungssuchende Publikum aus ganz Deutschland zu umsorgen. In drei verschiedenen Restaurants wird mit Konstanz und Liebe eine bodenständige und dennoch einfallsreiche Kochkultur gepflegt. Kulinarisches Highlight ist das vielfach prämierte Gourmet-Lokal "17fuffzig" (1. Michelin-Stern 2008).

Aktive Entspannung bietet der Wellness-Bereich, die sog. Landtherme: ein ansprechend gestalteter, ausgedehnter Schwimm- und Relaxbereich mit zwei Innen- und einem Außenpool und drei verschiedenen Saunen. Darüber liegen die Räumlichkeiten für Massage, Kosmetik und Wohlfühlbehandlungen. Hier kann man wirklich zur Ruhe kommen.

Auf den ersten Blick könnten die Preise des Hotels vielleicht abschrecken. Sicher, der ganze Spaß ist nicht billig. Aber aus mehrjähriger Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass das Hotel jeden Euro wert ist. Das Personal ist überaus freundlich und kompetent. Die Küche zaubert jeden Tag aufs Neue. Und wer sich in der Therme nicht nachhaltig entspannt, dem ist schwer zu helfen.
Auch und gerade im Winter ist "die Bleiche" für ein Wochenende (oder länger!) der ideale Ort, um sich verwöhnen und in eine wunderbare wohlige Stimmung versetzen zu lassen. Meine Frau und ich haben noch keinen Besuch bereut. Ganz im Gegenteil.
www.hotel-zur-bleiche.com

Restaurant-Tipp: Luxemburg in Charlottenburg

Man ist ja immer auf der Suche in dieser großen Stadt nach einem kleinen guten Restaurant. Wo man nett bedient wird, sich wohl fühlt und zu annehmbaren Preisen isst und trinkt. Hier ist eines, das uns sehr gefallen hat. Küche und Weine aus Luxemburg. Der Name kommt auch von dort: "De Maufel". Das heißt soviel wie "Mund voll", auch etwas derber "Maul voll".
Ursprünglich nur ein Feinkostladen gibt es mittlerweile ein paar Tische und eine überschaubare Mittags- und Abendkarte, deren Speisen aber enorm munden. Wir (vier Personen) hatten Austern, ein Erbsensüppchen, Lachs und Kabeljau, Fois gras und einen Flan vom Rosenkohl. Natürlich ist die Nähe Frankreichs in der Küche spürbar, aber nicht erdrückend. Man hat sich durchaus eine eigene Note bewahrt.
Ausgezeichnet auch die Weine aus dem Großherzogtum, vor allem sortenreine, trockene Weissweine. Unser Favorit war ein "Rivaner" (Müller-Thurgau). Aber auch die Rieslinge ließen sich wunderbar trinken. Der Chef kredenzte zum Abschluss einen ganz besonderen Himbeergeist.
Probieren Sie es aus, das gemütliche Lokal in der Leonhardtstraße in Charlottenburg, nicht weit vom S-Bahnhof entfernt.
http://de-maufel.com/

Die Mauer und der Kalte Krieg

Meistgestellte Frage von Berlin-Besuchern: "Wo war die Mauer?" Es ist, als wolle man das Schicksal der Flüchtenden wie der Ausharrenden aus den übrig gebliebenen Bruchstücken erspüren und sich gemeinsam der Erleichterung versichern, dass auch dieses grausame Bauwerk schließlich zum Einsturz gebracht wurde.

Wer sich ein Bild machen will, wie der Alltag in Berlin aussah, als die Mauer noch stand, der sollte unbedingt ins Panorama am Checkpoint Charlie gehen. Wiederum ist es dem iranischen Künstler Yadegar Asisi gelungen, mit viel Liebe zum Detail eine Nachbildung zu schaffen, die äußerst authentisch und aufschlussreich wirkt. Von der Empore im Innern des Rundgebäudes blickt man von der Kreuzberger Seite über die Mauer Richtung Osten. Ich habe Menschen, die zu Mauerzeiten in Berlin lebten, im Panorama weinen sehen. Infos: http://www.asisi.de/index.php?id=103.

Es ist zu empfehlen, den Besuch des aufwändig gestalteten Mauer-Ausschnitts mit der Ausstellung zum Kalten Krieg in der sogenannten Black Box zu verbinden. Vom Panorama sind es nur wenige Schritte. Ein Kombi-Ticket wird angeboten. Am Checkpoint Charlie standen sich am 27. Oktober 1961, zwei Monate nach dem Mauerbau, sowjetische und amerikanische Panzer 16 Stunden lang gefechtsbereit gegenüber. Es war dies der heißeste Moment im Kalten Krieg. Bewohner der geteilten Stadt durften hier nicht passieren, sondern ausschließlich Ausländer und Diplomaten. Hier spielten sich Dramen gescheiterter Fluchtversuche – wie der von Peter Fechter – ab, den die DDR-Grenzschützer verbluten ließen. Die Ausstellung mit 500 Exponaten ruft aber nicht nur die Geschichte des allierten Grenzübergangs in Erinnerung, sondern insgesamt die Zeit des Kalten Krieges von 1948 bis zum Zerreißen des "Eisernen Vorhangs" nach 1989 in unser Gedächtnis zurück.

Restaurant-Tipp: Roter Jäger in Mitte (Rachs Restaurant-Schule)

Man erinnert sich: Christian Rach gab jungen Leuten die Chance, ein eigenes Restaurant aufzumachen. Was ist daraus geworden? Ein sehr anständiges Lokal. Wir waren gestern Abend zum ersten Mal dort und sind angenehm überrascht worden. In der Jägerstraße 28-32 (Nähe Gendarmenmarkt) gibt man sich viel Mühe, im Service und in der Küche.

Die Karte ist klein, aber fein: Man wählt zwischen drei Menüs (Fisch, Fleisch und vegetarisch). Die Preise sind angesichts der Leistung und Qualität fair bemessen:
3-Gang Menü mit Suppe € 27; 3-Gang Menü mit Vorspeise € 29; 3-Gang Menü ohne Dessert € 31,00; 4-Gang Menü € 34. Die Gänge sind auch einzeln zu haben.

Wir hatten Fisch und Fleisch und waren beide sehr zufrieden. Alles ist frisch zubereitet, handwerklich ansprechend gemacht und kommt leicht und locker daher. Mein Zander war knusprig auf der Haut gebraten, das Rindersteak meiner Frau wunderbar zart. Auch die Beilagen waren köstlich: bei mir ein Relish aus Papaya-Ananas-Gurken und Zitronengremolata, bei meiner Frau frittierte Kartoffeln, gebratene Steinchampignons und grüner Pfefferschmand.

Die Weinkarte ist zwar überschaubar, aber verrät den Kenner: Wir hatten mit einem Chardonnay & Sauvignon Blanc aus der Gascogne einen wunderbaren Begleiter. Das Hauscocktail auf der Basis von Campari und Sekt mit Rosmarin und Vanillehonig war zuvor bereits ein wirklicher Hit.

Fazit: Wir werden auf alle Fälle bald wieder ins Jagdrevier der Nachwuchsgastronomen gehen. Sie machen ihre Sache wirklich gut!

http://roterjaeger.de/

Unsere Hertha

Ich gebe es zu: Sie hat mir schon den Schlaf geraubt, diese Hertha! Als Fußball-Fan stehe ich hinter dem Hauptstadt-Verein, auch wenn er uns speziell letzte Saison nicht viel Freude gemacht hat.

Aber wo kommt eigentlich die Hertha her? Die Geschichte ist für Neuberliner interessant:
Am 25. Juli 1892 gründen die Brüder Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz den Verein BFC Hertha 92. Ein Dampfer auf dem Wannsee, die blau-weiße "Hertha" stand bei der Vereinsgründung als Namensgeber Pate.
Seitdem hat der Verein, eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Aus BFC Hertha 92 wird 1923 nach der Fusion mit dem finanzkräftigen Berliner Sport-Club Hertha BSC. In der Folge erreicht der Verein sechsmal das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, bis er 1930 und 1931 gleich zweimal den Meistertitel bekam. Mit der Gründung der Bundesliga 1963 erlebt Hertha BSC von der Rückversetzung in die Regionalliga (1965-1968) bis zum Vizemeistertitel in der 1. Liga (1974/75) und der Teilnahme an der Champions League (1999/2000) alle Höhen und Tiefen des Fußballs.
Hoffen wir, dass bald wieder Höhen erklommen werden. Neuberliner, gebt der Hertha eine Chance!

Wer oder was nervt in Berlin? 10. und letzter Teil: Wir brauchen kein Schloss in der Berliner Republik

Wer hatte nur die Schnapsidee, das Hohenzollern-Schloss in Mitte wiederaufzubauen? Etwa Wilhelm von Boddien, der penetrante Promoter, der uns mit grotesken Gründen den Wahnsinn schmackhaft machen will? Er predigt seit Jahren, das Monstrum sei der natürliche Mittelpunkt der Stadt gewesen. Was für ein Unsinn, was für eine Fälschung der Fakten!

Die Geschichte ist über die 500jährige Epoche schon nach dem 1. Weltkrieg hinweggegangen. Die Berliner haben immer schon gegen dieses Schloss und seine "feinen" Bewohner opponiert. Die Könige und Kaiser haben es selbst kaum oder gar nicht geliebt. Was ist denn das für ein Signal: Ein Herrschaftssymbol der Monarchie, die so viel Schreckliches in Preußen und in Deutschland angerichtet hat, wird im Jahre 2013 (Grundsteinlegung) rekonstruiert?! Es gäbe in Berlin weiß Gott wichtigere Bauprojekte für diese Riesensumme (600 Millionen Euro bis dato - am Ende wird es doch wieder 1 Milliarde).

Man kann, gerade als Neuberliner, nur den Kopf darüber schütteln, auf welche Weise hier immer wieder das eigentlich gar nicht vorhandene Geld aus dem Fenster geworfen wird. Letzte Hoffnung: Das vorgesehene Gelände versinkt im Wasser und macht das Vorhaben unmöglich. Lieber gar nichts als ein atavistischer Klotz aus Stein im Herzen Berlins.

ENDE DER SERIE

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 9: Dünne Blätter - Keine Hauptstadtzeitung in Sicht

Am ehesten hätte man es dem liberalen Tagesspiegel zugetraut: nach dem Mauerfall zu einer wirklichen Zeitung für die Hauptstadt zu mutieren. Leider ist die Zeitung statt besser immer schwachbrüstiger geworden und konkurriert vom Umfang her inzwischen mit dem dünnsten Buch der Welt ("Über die Heldentaten der italienischen Armee im 2. Weltkrieg").
Die Berliner Zeitung ist keine Alternative. Dort schreiben mehr und mehr Praktikanten schlechte Artikel. Es wird gespart, auf Kosten der Qualität. Der Chef hat die Parole ausgegeben: "Schreibt provokant!" Das Resultat ist deprimierend.
Der Berliner Morgenpost (in Fachkreisen: "Mottenpost") kann man immerhin einen ausführlichen Lokal-Teil gutschreiben. Ansonsten hat das Springer-Blatt wenig zu bieten, was es in eine Reihe mit Süddeutscher Zeitung (SZ) oder FAZ befördern könnte.
Ja, liebe Neuberliner, was bleibt also übrig, wenn man sich nicht täglich neu über die provinzielle, inhaltlich armselige und vordergründige Berichterstattung in den einschlägigen Berliner Zeitungen ärgern will (taz und Neues Deutschland lassen wir mal ganz außen vor)? Ein kleiner Tipp: Die SZ bietet ein Wochenend-Abo (Freitags- und Samstagsausgabe). Damit kann man den Frust ein wenig lindern.

Demnächst: 10. und letzter Teil / Wir brauchen kein Schloss in der Republik - irrwitziger Wiederaufbau

Berlin vom Berg aus

Neuberliner, Du bist nicht allein, auf weiter Flur. Ein "Kollege" aus dem Land der hohen Berge hat ein witziges Kompendium seiner Erfahrungen mit dieser Stadt verfasst. Ich lege es allen Zugezogenen ans Herz.

Buchbesprechung

Viele Wege führen durch Berlin, aber kann man die Hauptstadt auch erklimmen? Der Eidgenosse Till Hein hat es versucht. Erlebnisse und Ergebnisse einer zehnjährigen Bergtour hat er unter passendem Titel veröffentlicht: „Der Kreuzberg ruft – Gratwanderungen durch Berlin“.

Hein kommt 2002 aus Basel als Journalist nach Berlin. Im mentalen Gepäck die Vorstellung, sich vom Kreuzberg aus die bunte Welt der Metropole auf Schweizer Art erschließen zu können. Aber auch er muss sich erst einmal den Mühen der Ebene stellen. So absolviert er zunächst den klassischen Berliner WG-Kreuzweg mit absonderlichen Mitbewohnern in prekären baulichen Verhältnissen. Schließlich landet er in einer Hardcore-Vegetarier-Wohngemeinschaft. Beruflich ist die Hauptstadt am Anfang für den tapferen Till kein Aufstieg: Statt über das wilde Berliner Nachtleben muss er über die Schweizer Schulreform schreiben. Also durchstreift er lieber die Stadt, immer auf der Suche nach einem Gipfel, den man besteigen könnte. An seiner Seite andere Neuberliner wie die Schmuckdesignerin Amanda aus Florida. Schließlich gibt er sich zufrieden mit den Rixdorfer Höhen und dem Teufelsberg, immerhin 115 Meter hoch, und lässt sich auf die Verrücktheit seiner neuen Heimat ein.

Die Episoden, die Hein erzählt, sind Etappen einer Annäherung, die nicht leicht gefallen ist. Aneinander gereiht ergeben sie ein kurzweiliges road movie durch Berlin. Der Ton ist lakonisch, der Inhalt abwechslungsreich: Da trifft sich der Autor mit einer Duftforscherin zum Interview und hat zuvor eine Hundemine übersehen. Er testet die Berliner Saunalandschaft, sein Entdeckerdrang treibt ihn gar bis vor die Tore der Stadt, ins Tropical Island. Im Winter schnallt er die Langlauf-Skier an und gleitet über das Tempelhofer Feld. Dann geht aber auch Heins Dasein als Einzelkämpfer in der Großstadt zu Ende: Er gründet eine Familie, bekommt Nachwuchs, der ihn „zur rechten Hand einer jungen, aufstrebenden Persönlichkeit macht“.

Mit seinem ersten Buch ist dem Journalisten, dessen leider eingestellte Neuberliner-Kolumne im TAGESSPIEGEL man gerne las, ein sehr persönliches Porträt des Schweizers im „Schwoobeland“ gelungen. Spaß macht beim Lesen nicht nur die Unverdrossenheit, mit der Hein seinen Parcours als Neuling in Berlin erledigt und beschreibt. Neben lustigen, gut nachvollziehbaren Anekdoten aus dem Nähkästchen eines Neuberliners erzählt der Autor auch viele spannende Geschichten von der unverwüstlichen Stadt Berlin und ihren ulkigen Bewohnern. Fazit deshalb: Hein liefert nicht nur Witz, sondern auch Wert.

Till Hein: Der Kreuzberg ruft, be.bra Berlin, 254 Seiten, 14,95 Euro.

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 8: Unwillige Migranten

Gar keine Frage: Ausländer sind willkommen als Bürger von Berlin. Sie leisten einen erheblichen Beitrag auf vielen Feldern, in Wirtschaft und Kultur. Sie sind Teil dieser Stadt. Aber es gibt unleugbare Probleme mit der Integration, vor allem bei türkischen und arabisch-stämmigen Menschen.
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Berliner Grünen, hat neulich eine Sprachoffensive für Berlin gefordert. Er übersieht dabei das Wichtigste: die Tatsache, dass die sprachliche Integration ausländischer Mitbürger und ihrer Kinder nicht nur eine Holschuld Berlins, sondern hauptsächlich eine Bringschuld der Zugewanderten ist.
Folgendes Erlebnis: Eine vietnamesische Mutter sagt ihrer kleinen Tochter im Kinderwagen beim Spaziergang die Zahlen auf Deutsch vor. Ganz geduldig. Das Kind wiederholt. Wenn gleichzeitig große Werbeplakate in Kreuzberg in türkischer Sprache verfasst sind, zeigen sich hier ganz deutlich die Unterschiede zwischen den in Berlin lebenden Ausländern und die damit zusammenhängenden gravierenden Fehlentwicklungen.
Absurd ist bei Mutlu zudem die Vorstellung, Berlin könne wie aus einem Füllhorn weiter Geld für multikulturelle und multilinguale Schulen bereitstellen. Er kennt offenbar die finanzielle Situation der Stadt nicht. Es klingt hart, aber stimmt dennoch: Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, muss von sich aus alles tun, um sie zu lernen. Angebote sind reichlich vorhanden, Eltern haften für ihre Kinder. Dies gilt übrigens nicht nur für Ausländer in Berlin.

Demnächst: Teil 9 / Dünne Blätter - Keine Hauptstadtzeitung in Sicht

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