Berlin

Beginners' Blog

Neuigkeiten für Neuberliner

Nicht schon wieder? Doch!

Am Potsdamer Platz wird schon wieder die Rodelbahn aufgebaut, im Bio-Supermarkt werden Lebkuchen und Adventskalender angeboten. Machen wir uns nichts vor: Es geht stramm auf Weihnachten zu.

Auch in den letzten Monaten sind in Berlin wieder viele Neuankömmlinge angelandet, mit ganz unterschiedlicher Ausgangslage: Junge Menschen, die an einer der Berliner Unis ihr Studium aufgenommen haben; nicht mehr so junge Menschen, die ihren Arbeitsplatz und damit ihren Lebensmittelpunkt in die Hauptstadt verlegt haben; und auch ältere Menschen, darunter manche Rückkehrer in die Stadt ihrer Kindheit, die hier ihren Lebensabend verbringen wollen.

Allen gemeinsam ist die manchmal bange Frage: Wie komme ich in dieser großen Stadt zurecht? Jede und jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Es gibt aber in Gestalt eines Buches eine gute Hilfe. Wie es heißt? "Berlin for Beginners", also "Berlin für Einsteiger", nicht für Anfänger, denn niemand will ein Anfänger sein. Ein ideales Geschenk für den Freund, den Familienangehörigen, den Sohn oder die Tochter, die nun an der Spree für längere Zeit oder gar für immer leben wollen.

Infos zum Buch, das man überall im Buchhandel kaufen bzw. bestellen kann:
http://www.berlinstory.de/berlin-for-beginners-9-auflage/20628.

Atemberaubend

Auch in den Sommermonaten gibt es tolle Veranstaltungen in Berlin. Man kann nicht alles selbst sehen. Aber man hat sein Netzwerk und von dort kommen enthusiastische Berichte: Die neue Show der australischen Zirkustruppe C!RCA gastiert im "Chamäleon"-Theater in den Hackeschen Höfen und soll wunderschön sein. Mit allen Möglichkeiten der Artistik und Akrobatik wird vorgeführt, was wir Menschen sind, sein wollen, sein können.
Die Show heißt "Beyond", also "außerhalb, darüber hinaus, jenseits" und die Artisten, so ein guter Freund, gehen wirklich über die Grenzen dessen hinaus, was man auf einer Bühne für möglich hält. Ich werde sie mir erst Ende August anschauen können. Aber darauf und auf meinen Bericht müsst Ihr, liebe Neuberlinerinnen und Neuberliner, nicht warten! Meine Empfehlung: Sobald wie möglich hingehen. Nach allem, was ich höre, erwartet Euch ein ganz besonderer Abend.
http://chamaeleonberlin.de/programm/beyond/show/22

Kuscheljustiz in Berlin

Wir alle, die hier gerne leben und gerne sicher leben in Berlin, sind immer noch entsetzt darüber, was eine Bande von Schlägern mit Jonny K. gemacht hat. Ich persönlich bin wütend darüber, wie die Berliner Justiz regelmäßig mit solchen Verbrechen umgeht. Statt klare Zeichen zu setzen, werden sogar Serientäter immer wieder freigelassen bzw. gar nicht erst aus dem Verkehr gezogen. Jüngstes Beispiel: Wrangelkiez in Kreuzberg, wo ein junger Mann bereits 17mal (!) straffällig geworden ist und immer noch frei herumläuft!

Im Falle von Jonny K. haben Jugendhelfer jetzt milde Strafen für die brutalen Täter gefordert. Was für ein verheerendes Signal! Die feigen Täter, die ein junges Menschenleben ausgelöscht haben, sollen Strafen zur Bewährung und „soziales Einzeltraining“ bekommen. Man ist fassungslos angesichts dieser Forderung, ein erneutes Beispiel für einen völlig verfehlten Umgang mit jugendlichen Kriminellen in Berlin. Der Haupttäter Onur U., ein früherer Amateurboxer und notorischer Gewalttäter, hatte sich in die Türkei abgesetzt und war nur aus Angst vor türkischen Gefängnissen nach Deutschland zurückgekehrt. Er sei, so heißt es, von der Untersuchungshaft „sehr beeindruckt“. Dies soll ihn nun für eine milde Strafe qualifizieren? Liebe Jugendhelfer, versteht Ihr eigentlich wirklich, was für eine Botschaft Ihr damit für potentielle Nachfolgetäter aussendet?!

Freier Eintritt in Berliner Museen

Sicher: Es ist Juli, es ist heiß in Berlin, wer denkt da an Museen?! Aber, liebe Neuberlinerin, lieber Neuberliner, der nächste Herbst bzw. Winter kommt - leider, leider! - bestimmt. Der nachstehende Link führt zu einer brauchbaren Übersicht. Es geht um Museen und Ausstellungen, die einen Besuch lohnen und zudem nichts kosten:
http://www.berlin.de/orte/museum/freier-eintritt/

DER Berlin-Bücherwurm-Blog

Abwechslung muss sein. Sie tut gut. Deshalb empfehle ich heute mal einen anderen Berlin-Blog. Er wird von einem der besten Berlin-Kenner gefüttert. Man findet dort nicht nur aktuelle Buchtipps, sondern ganz viele Geschichten, die eines gemeinsam haben: Sie haben immer mit Berlin zu tun, mit seiner Vergangenheit, aber auch mit der Gegenwart.
Es gibt Fotos von kuriosen Demos, Ankündigungen und Berichte über alle möglichen Events in der Stadt, Kulturkritiken und vieles vieles mehr. Also, Neuberliner, nüscht wie rauf auf die Seite, es lohnt sich täglich: http://www.berlinstory.de/blog.

Hmmh, Sardinien!

Für alle Liebhaber der Insel und für solche, die es werden wollen: Am Hausvogteiplatz Nr. 12 gibt es den "Sardegna Store", Info- und Bezugspunkt in mehrfacher Hinsicht: kulturell, touristisch und gastronomisch.
Zur Zeit zu sehen: Die Sonderausstellung "Sinne aus Sardinien". Naja, der Titel ist nicht glücklich ins Deutsche übertragen worden. Was gemeint ist, gibt man vielleicht besser mit einem leicht abgewandelten Goethe-Motto wieder: Sardinien mit den Sinnen suchen, und zwar mit allen.
Der Verfasser dieser Zeilen hat zwei Jahre seines Lebens auf der Insel verbracht. Was soll man sagen? Wer das Meer liebt, aber auch eine äußerst abwechslungsreiche Landschaft - fruchtbare Ebenen und steile Felsen - , wer würzigen Schafskäse schätzt und kräftige Rotweine, wer ehrliche Gastfreundschaft wunderbarer Menschen sucht - der ist auf Sardinien genau richtig.
Fahren Sie einmal hin. Am besten am Ausgang des Sommers (September-Oktober).

Ihr
Thomas Knuth

Neueste Nachrichten aus der Kultur

Nur rasch die Kritiken meiner letzten Veranstaltungserlebnisse:

1. Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker im Kabarett "Die Wühlmäuse": platt, banal, ärgerlicher Klamauk. Dudenhöffer mimt den deutschen Spießbürger in der saarländischen Version. Was im Verbund mit Frau und Sohn in der bekannten Fernsehserie noch halbwegs witzig wirkt, ist beim Soloauftritt nur noch vulgär und peinlich. Das Lachen des Publikums sollte dem "Künstler" im Halse stecken bleiben.

2. Pigor und Eichhorn im "TIPI-Das Zelt": Pigor singt bissige Texte und Eichhorn begleitet ihn am Klavier. Was die beiden bieten, ist beste Unterhaltung, weil witzig und politisch zugleich. Highlights: Der IT-Song ("Nieder mit IT"), der Flughafen-Song ("Open this gate") und der Anti-Schloß-Song ("Baut den Palast der Republik wieder auf"). Eine tolle Begleitband (Gitarre, Bass & Schlagzeug) rockt kräftig, nicht nur im Background.

3. "Geschichten aus dem Wienerwald" (Ödon von Horvath) am Deutschen Theater (Regie: Michael Thalheimer): voll in die Hose gegangen die Arbeit von Thalheimer (der schon so viel Gutes in Berlin gemacht hat). Schreiende Schauspieler wo die Banalität des Bösen besser mit leisen Tönen daherkäme. Zeigefinger-Theater mit Holzschnitt-Charakteren (am Ende starren die Akteure hinter Masken auf das Publikum). Das doppelbödige Volksstück als eindimensionales Kleinbürger-Drama. Ohne Tiefe, reine Oberfläche. Eine große Enttäuschung, eine vergebene Gelegenheit für eine würdige Wiederaufführung dort, wo das Stück 1931 Uraufführung hatte. Am Stück und den Schauspielern lag es nicht. Thalheim hat es diesmal versiebt.

Die Rettung für alle Neuberliner!

Bücher: Das sind Erfahrungen, die man kaufen kann. Auf die Neuberliner-Bibel "Berlin for Beginners - Tipps für Stadteinsteiger" (Berlin Story Verlag, Euro 14,95) trifft dies mit Sicherheit zu.

Mittlerweile bereits in der 8. Auflage! Wiederum auf den neuesten Stand gebracht und brandaktuell für das laufende Jahr 2013. Ab sofort erhältlich. Mit jeder Menge Tipps und Tricks für all diejenigen, die erst vor kurzem hoffnungsfroh oder mit bangem Herzen in der Hauptstadt angelandet sind oder ihre Umsiedlung für die nahe Zukunft gerade planen. All diesen Menschen kann geholfen werden.

Wo man das Buch bekommt? Am besten in der fantastischen Buchhandlung "Berlin Story", Unter den Linden 40 in Mitte (neben dem berühmten Café Einstein). Online-Bestellung im Shop ist natürlich auch möglich (www.berlinstory.de). Aber den Laden sollte man schon einmal selbst in Augenschein nehmen: Es handelt sich um die einzige Buchhandlung (mit angeschlossenem Verlag) auf der Welt, die ausschließlich Bücher verkauft und selbst macht (Berlin Story Verlag), die sich thematisch immer auf die Stadt beziehen, in der sich dieser Laden befindet, eben Berlin! Eine wahre Fundgrube. Mit eigenem Berlin-Museum (ganz Berlin in 45 Minuten).

Unbedingt hingehen und anschauen. Und gleich die druckfrische Berlin-Fibel für Neuankömmlinge erwerben. Für sich selbst oder für Neuberliner Freunde, Bekannte oder Verwandte.

Ihr
Thomas Knuth

Worte eines Weisen

In der aktuellen Ausgabe des Wochenmagazins DIE ZEIT spricht sich der Altbundeskanzler Schmidt gegen den Wiederaufbau des Berliner Schlosses aus.
"Was soll das?" fragt Helmut Schmidt im Interview. Recht hat er. Was könnte man nicht alles mit dem vielen Geld anfangen?! Gerade in Berlin. Es fehlt an bezahlbaren Wohnungen, Schulen und Straßen sind dringend reparaturbedürftig. Was macht man statt dessen? Man hört auf Heintje ("Ich bau Dir ein Schloss...") und verschwendet 600 Millionen für ein total anachronistisches Ungetüm. Es ist wirklich nicht zu glauben!

Berlin - Freiheit und Verantwortung

Ja, liebe Neuberliner,
es ist schon eine merkwürdige Stadt, die Ihr Euch da ausgesucht habt! Sie bietet viel Freiheit, wahrscheinlich so viel Freiheit wie keine andere Stadt in Deutschland. Das ist das eine, das schöne, das positive.
Leider geht die ausgelebte Freiheit nicht immer mit einem Gefühl der Verantwortung für die Zustände in dieser Stadt einher. Das ist die andere Seite Berlin. Vor kurzem hat es Fatina Keilani im Tagesspiegel auf den Punkt gebracht. Der Titel ihres Textes sagte eigentlich schon alles: "ICH!BIN!ZUSTÄNDIG!"
Die Journalistin bezog sich auf den Müll in der Stadt und seine Entsorgung. Ich würde die Zuständigkeit gerne breiter fassen: Jeder von uns ist dafür "zuständig", dass diese Stadt lebenswert für alle, offen und tolerant bleibt. Zu diesem Klima kann und sollte der Einzelne beitragen, indem er aktiv gegenläufige Tendenzen bekämpft. Also z.B. kein Hass auf Touristen. Ausgerechnet die GRÜNEN haben in Kreuzberg ein schlimmes Zeichen gesetzt: "Hilfe, die Touristen kommen!" Man kann es kaum glauben. Kampf auch dem Antisemitismus in allen seinen Formen. Nach all dem, was man Juden in Berlin und von Berlin aus angetan hat, ist das eine Pflicht für jeden von uns.
Es geht aber auch eine Nummer kleiner: Zuständig sein heißt, dass ich nicht immer sofort nach dem Staat, dem Land, der Stadt, der Bezirksverwaltung, dem Ordnungsamt, der BSR, der BVG etc. etc. rufe, wenn etwas im Argen liegt. Selber machen, selber aktiv werden, natürlich nur dann und dort, wo es dem Einzelnen möglich ist und zugemutet werden kann.
Ich habe nach zehn Jahren Berlin jedenfalls wirklich genug davon, dass die Schuld für Missstände und deren ausbleibender Abschaffung stets bei irgendwelchen Instanzen abgeladen wird, ohne sich zu fragen, was unser Teil als Bürger Berlins ist. In diesem Sinne einer eigenverantwortlichen Teilnahme am Stadtleben sollten wir in dieses Jahr 2013 hineingehen.

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