Berlin

Beginners' Blog

Neuigkeiten für Neuberliner

Theater-Tipp

In Berlin gibt es über 50 öffentlich geförderte Theater, aber daneben eben auch 300 freischaffende, nicht geförderte Theatergruppen. Zu ihnen gehört ein Brüderpaar, die WOESNER BROTHERS, die man schon länger nicht nur in Prenzlauer Berg kennt. Sie waren sehr mutig, denn sie haben sich vor einem Jahr in einem alten Industriekomplex ein neues Domizil erschlossen und bespielen es abwechselnd mit auswärtigen Truppen: das Pfefferberg Theater.

Es handelt sich wirklich um einen Berg, naja, sagen wir um eine Anhöhe, direkt über der Schönhauser Allee. Der Gebäudekomplex in der Höhe hat eine hochinteressante Geschichte: Seit 1841 und bis in die 1920er Jahre Brauerei (Eigentümer anfangs ein Herr Pfeffer, daher der Name), in der DDR Druckerei und Verlag Neues Deutschland, später Kommunale Wohnungsverwaltung. Nach dem Mauerfall schließlich Stiftung Pfefferberg, die das Gelände an verschiedene Institutionen verpachtet hat.

Die Gebrüder Woesner haben aus einem alten Saal jedenfalls einen wunderbaren Theaterraum erschaffen. Wir sahen "Schillers Sämtliche Werke in 90 Minuten" und waren sehr angetan. Es gibt aber auch eine eigene FAUST-Interpretation und weitere sehr originelle Stücke (siehe Spielplan). Vor (oder nach) dem Besuch der Vorstellung kann man übrigens ausgezeichnet spanisch essen, im Restaurant "Tauro", das auf dem Areal der ehemaligen Brauerei liegt.

www.pfefferberg-theater.de/

Auf ein neues, Neuberliner!

Gut angekommen, im neuen Jahr in Berlin? In- oder Ausländer, jung oder alt, Single oder Paar, betucht oder noch bemüht - egal! Alle herzlich willkommen in der Hauptstadt.
Ein Tipp zum Jahresanfang: Der Chefredakteur des Tagesspiegel schreibt jeden Wochentag einen sehr netten Blog, "Tagesspiegel checkpoint". Witzige Kommentare zum Stadtleben und nützliche Hinweise. Kommt automatisch als E-Mail. Man muss sich nur einmal anmelden. Kostet auch nix.
In diesem Sinne: Lassen Sie sich von dieser Stadt täglich neu überraschen.
Ihr
Thomas Knuth

Goodbye Wowi

Es ist soweit: Letzter Tag im Leben des Klaus Wowereit als "Regierender". Wir, d.h. wir Neuberlinerinnen und Neuberliner sagen: Mach´s gut, Klaus, Du hast es nicht schlecht gemacht.

Ja, eine Ära geht zu Ende, eine neue, bestimmt etwas andere beginnt. Was bleibt von Wowi? Ja, natürlich, sicher, klar: Beim BER hatte er keine glückliche Hand. Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats. Da hätte er genauer hingucken müssen. Sich nicht von dem furchtbaren Ex-Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Rainer Schwarz anlügen und hinhalten lassen dürfen. Auch viel früher die Alarmglocken läuten müssen.

Aber unter dem Strich war Wowereit genau der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt. Er war ganz Berliner, er war authentisch und hat die Stadt deshalb gut repräsentiert. Das Image, das Berlin heute genießt, hat er mitgeprägt. Umtriebig, kommunikativ, offen, beherzt, unbeirrt: So hat er sich für seine Stadt eingesetzt. Was sie geworden ist, hat sie auch ihm zu verdanken.

Goodbye Klaus Wowereit!

Jetzt mal politisch, aber inkorrekt

Manchmal kann man in Berlin eigentlich nur lachen. Um nicht weinen zu müssen. Wowi hat seinen Hut genommen, ein Neuer muss her. Und was bietet die SPD auf? Drei Männer aus der zweiten Reihe, ohne Ausstrahlung. Man kann viel gegen den Noch-Regierenden sagen. Sicher: Zuletzt hatte er auch keine rechte Lust mehr. Aber Charisma kann man ihm nicht absprechen, im Dienste der Stadt.
Also, es müsste jemand von außen her, der in seine Fußstapfen treten könnte. Keiner der drei Kandidaten ist dazu in der Lage. Das ist das eine.

Das andere bei diesem Wechsel betrifft die Struktur der Stadtverwaltung. Es gibt in Berlin eine ganz ungute Verteilung der Zuständigkeiten und der Verfügungsgewalt zwischen den 12 Bezirken und der Zentralverwaltung genannt Senat. Immer dann, wenn es schwierig wird (siehe Flüchtlingsproblem), schieben sich Bezirk und Senat gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Die Bezirke werden bei vielen Problemen alleine gelassen (siehe Zustand der Schulen), von der finanziellen Ausstattung her hängen sie vollkommen am Tropf des Senats. Eine Reform täte dringend not. Ziel: klarere Zuteilung von Verantwortung und Entscheidungsgewalt zwischen den Bezirken und dem Senat. Wenn man den Bezirken der Stadt Aufgaben gibt, müssen sie eben auch die personellen und finanziellen Mittel erhalten, um sie zu erfüllen. Oder aber man verändert die Struktur zugunsten der "Zentralregierung" und bildet einen Senat, der allein entscheidet und in denen die Bezirke ihre Vertreter als gleichberechtigt entsenden.

Eines ist für mich aber überdeutlich: Die jetzige "Machtverteilung" und politische Organisation von Berlin ist der Stadtentwicklung nicht förderlich.

Adieu Philharmoniker auf der Waldbühne

Viele Jahre lang war das Saison-Abschluss-Konzert der Berliner Philharmoniker auf der Waldbühne etwas, auf das man sich freuen konnte: Erst das Picknick im Kreise entspannter Menschen und dann das wunderbare Orchester. Dies ist nun leider definitiv Geschichte.

Erst hat man das ganze Konzert in ein fernsehgerechtes Korsett gezwängt: Es kann erst losgehen, wenn die Kameramänner so weit sind. Der Ablauf muss dann auf die Fernsehminute genau funktionieren. Die unsägliche Petra Gute in ihrer völlig verfehlten Rolle als RBB-Kulturreporterin stöckelt zwischen den Reihen, um ihren entbehrlichen Senf dazuzugeben. Vergangen sind die Zeiten, als das Orchester so viele Zugaben spielte, wie es lustig war, als der Abend eben den Geist der Berliner Luft atmete: frei und frech, leicht und locker.

Mittlerweile zieht der Veranstalter, die concert concept Veranstaltungs GmbH, von Mal zu Mal die Daumenschrauben enger, damit die Besucher möglichst wenig Speisen und Getränke mitbringen und sich stattdessen bei den teuren Verkaufsständen innen versorgen. Wie das aussieht? Diejenigen, die sich ihr Picknick in Rucksäcken mitbringen, müssen sich 1 Stunde lang zentimeterweise zu den Toren bewegen. Allein diese lange Wartezeit war eine Frechheit, die nur von der Präsenz eines Glatzkopfes mit Flüstertüte übertroffen wurde, der dazu aufforderte, die Rucksäcke so "vorzubereiten", dass die Kontrollen zügiger vonstatten gehen könnten.

Am Eingang endlich angekommen, musste man eine rigorose, hochnotpeinliche Durchsuchung der Rucksäcke bzw. Taschen über sich ergehen lassen. Bislang war es erlaubt, pro Person eine 0,5-Liter-Plastikflasche mit Getränken (auch alkoholischen) mitzubringen. Beim letzten Konzert am 27. Juni war plötzlich Alkohol verboten. Entsprechende Flaschen wurden eingezogen. Schlechte Stimmung bei den Betroffenen.

Eine weitere perfide Maßnahme der Veranstalter, damit in Zukunft das traditionelle Picknick unattraktiv wird: Man hat eine "fast lane", also eine schnelle Spur eingerichtet. Wer nichts dabei hat, also keinen Rucksack und keine Tasche, kommt (sehr viel) rascher auf seinen Platz. Damit ist er aber auf das Angebot der Verkaufsstände angewiesen, was der Zweck der Übung ist. Die zeitaufwändigen Kontrollen der Rucksäcke hatten übrigens zur Folge, dass eine erhebliche Zahl von Besuchern beim Beginn des Konzerts die Plätze noch nicht eingenommen hatte.

Meine Konsequenz (und die vieler Freunde): Nächstes Jahr schauen wir uns das Konzert nicht mehr auf der Waldbühne, sondern im Fernsehen an. Das Picknick gestalten wir dabei nach eigenen Wünschen, ohne die Restriktionen eines Veranstalters, dem wir kein Geld mehr in sein gieriges Maul werfen werden.
Ja, so ist es halt: Eine schöne Tradition wurde systematisch den kommerziellen Interessen eines Veranstalters geopfert. Die Berliner Luft ist damit leider raus, das spezielle Waldbühnen-Gefühl ist weg. Sehr schade.

EXPATS IN BERLIN! THIS IS YOUR BIBLE!

"Finding your feet in Berlin - making a home in the Hauptstadt": the new guidebook for English speaking expats! Everything you need to know about the city of Berlin. Buy the book before you come or even if you are already here and part of this melting pot that has got nothing to do with the rest of Germany.

The book was written by Giulia Pines from New York City and is now available. Giulia lives in Berlin since 2008 and has done an incredible job regarding accurate research.

Want more details or read the introduction? Here you are:
http://www.berlinstory-verlag.de/vorankuenigungen/titel/205-Finding_Your....

Wichtiger Hinweis

Liebe Neuberlinerinnen und Neuberliner,
der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier, aber wir gehen nicht Tauben vergiften im Park. Bei mir sieht es so aus: Als Stadtführer habe ich ab jetzt alle Hände voll mit Touristen aus aller Welt zu tun.

Warum ich Ihnen diese überaus bedeutsame Mitteilung mache? Weil ich diesen Blog in den nächsten Wochen und Monaten arbeitsbedingt etwas vernachlässigen muss. Ich habe aber für Sie eine sehr wertvolle Alternative: http://www.berlinstory.de/blog. Das ist der Blog des Berlin-Experten Wieland Giebel. Er ist ungemein fleißig und gibt in seinen Beiträgen viele Informationen und Tipps, die auch für Neuberliner relevant sind. Lesen Sie seine Texte so oft Sie können. Es lohnt sich.

Mit fröhlichen Grüßen
Ihr
Thomas Knuth

Berlin: Der Hype geht weiter!

Gestern im TAGESSPIEGEL: Irgendwelche obskuren Trendscouts beschwören das Ende des Berlin-Hype. Was für ein großer Quatsch!

Neuberliner, keine Panik: Ihr alle seid hier genau richtig. Hier, wo in den letzten Jahren so viele einfallsreiche und fantasievolle Menschen angelandet sind, sich wohlfühlen und die Stadt bereichern. Denn es geht genau darum, um Menschen. Nicht um Papier, nicht um Gebäude, nicht um irgendwelche Moden, die bekanntermaßen ständig wechseln und daher vergänglich sind.

Statt solch einen Mist zu drucken, sollte die Zeitung lieber die Geschichten dieser Menschen erzählen. Dann würde man dort sehr schnell eines mit Sicherheit merken: nicht nur "the beat goes on", nein auch "the hype goes on and on and on..."

Davon ist 100%ig überzeugt:
Euer Thomas Knuth

FÜR ALLE NEUBERLINER: Das Buch zur Stadt

Ja, es ist wahr: Die Zeiten ändern sich in Berlin besonders schnell. In den letzten fünf Jahren hat sich z.B. die Zahl der Neuberliner stetig erhöht. Der sogenannte Nettosaldo gibt an, was unterm Strich steht: Zugezogene minus Weggegangene, Geburten minus Tote. 2013 ist so die Einwohnerzahl von Berlin effektiv um 40.000 Menschen gestiegen.

Für alle Menschen, die hierher kommen, um zu bleiben (2013 insgesamt 160.000) gibt es ein Buch, in dem alles steht, was man für einen guten Start braucht:
"Berlin for Beginners - Tipps für Stadteinsteiger".

Dieses Buch hat sich über die Jahre als Leitfaden für den "Berlin-Nachwuchs" bewährt. Seine Inhalte werden regelmäßig aktualisiert:
Mehr Informationen:
http://www.berlinstory-verlag.de/programm/titel/13-Berlin_for_Beginners.....

Bleibt nicht allein!

Ja, richtig, ich weiß: Man findet in diesem Blog normalerweise Kultur- und Freizeittipps für Neu- und Nicht-mehr-ganz-so-neue-Neuberliner. Aber alleine ins Kino oder Konzert zu gehen, macht auf die Dauer keinen Spaß.

Neuberlinerinnen und Neuberliner, lasst Euch nicht entmutigen, nicht einschüchtern von dieser Stadt und ihrer Schnelllebigkeit und Sucht nach Abwechslung. Sucht aktiv auf allen Wegen und Kanälen den Kontakt zu Menschen, die wie Ihr das vielfältige Angebot, das Berlin auf so verschiedene Arten macht, nutzen wollen.

Es ist letztlich egal, ob Ihr diesen Kontakt am Tresen einer Kneipe, im Tanzkurs oder im Sportverein knüpft. Hauptsache, Ihr bringt Euch ein und bleibt nicht allein. Denn Ihr alle seid nicht allein, es gibt so viele von Euch. Engagiert Euch, wie auch immer. Macht mit beim Projekt Berlin. Ihr werdet sehen: Es lohnt sich. Was Ihr gebt, kommt irgendwann zurück. Nur Geduld und Selbstvertrauen.

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