Berlin

Beginners' Blog

Neuigkeiten für Neuberliner

Du und noch drei andere

Wunderbare Idee für Neuberliner: Einen Abend mit drei netten Menschen verbringen, die man vorher nie gesehen hat! Der Witz dabei: Der Rahmen ist ein schöner, Restaurant oder Kabarett, Theater oder Konzert. Und: Das Ganze muss man nicht selbst organisieren, es wird von Profis vorbereitet.

Die Schwierigkeit, die sich den meisten Neuberlinern stellt: Wie lerne ich in dieser großen Stadt Menschen kennen, die auf meiner Wellenlänge funken? Hier ist also ein Weg, den man mit gutem Gewissen beschreiten kann. Wenn es nicht die/der Richtige ist, dann war es trotzdem keine verlorene Zeit, denn für die Qualität des Rahmens bürgt das Team von bindero.

Ihr Neuberliner-Coach sagt: Probieren kann man es doch mal. Der Preis von € 39,00 ist wirklich nicht überzogen und wer weiß: Vielleicht wird aus dem Erstkontakt etwas Bleibendes, eine Freundschaft oder sogar mehr.

www.bindero.com

Hallo Nachbar!

An guten Ideen, vom Internet ermöglicht, mangelt es nicht in Berlin. Nachbarn können sich heute leicht über die Internet-Plattform „WirNachbarn“ zusammenschließen. Allein in Berlin sind so schon 388 Nachbarschaften entstanden, wöchentlich werden es mehr.

Wer kann mir eine Bohrmaschine ausleihen? Suche für Sonnabend einen Babysitter. Hat jemand einen Tipp für ein gutes asiatisches Restaurant in der Nähe? Biete Mitfahrgelegenheit am Wochenende nach Hamburg. Wir planen für Ende des Monats ein Nachbarschaftsfest, wer ist dabei?

Der Nachbar kann helfen, der Nachbar ist in der Nähe. Warum also in die Ferne schweifen? Eine „Nachbarschaft“ wird von demjenigen Nutzer definiert und benannt, der sich in seinem Gebiet als erstes anmeldet – ganz einfach, indem er es auf der Karte einzeichnet. Natürlich werden Korrekturvorschläge akzeptiert oder die Nutzer korrigieren selbstständig, wenn z.B. ein Haus vergessen wurde oder jemand gleich die ganze Stadt einkreist.

Folgendes Video am Beispiel Köln fasst das Erlebnis und die gewonnene Lebensqualität neugeschaffener oder wiederbelebter Nachbarschaften durch WirNachbarn gut zusammen: https://www.youtube.com/watch?v=NKaajNswY_0.

Der beste Reiseführer für Berlin

Ja, klar, für Neuberliner gibt es den Ratgeber "Berlin for Beginners - Tipps für Stadteinsteiger" (erschienen im Berlin Story Verlag, Euro 14,95). Aber als Neuberliner bekommt man ja verstärkt Besuch aus der alten Heimat: "Was, Du lebst jetzt in Berlin? Da komm ich Dich doch gleich mal besuchen!"

So, und dann kommen sie auch sehr bald, die alten Freunde und auch die Verwandten. Oft hat man nicht die Zeit, sie in der Stadt ausgiebig herumzuführen. Kein Problem. Es gibt doch den hervorragenden Berlin-Führer "DuMont direkt Reiseführer Berlin". Dort steht wirklich alles drin, was der Berlin-Besucher wissen muss und will. Kurz und knackig, immer auf den Punkt gebracht. Für schlappe € 9,99. Besser und günstiger geht es nicht.

Die neue, vollständig durchgesehene und aktualisierte Auflage ist seit kurzem im Handel. Mehr Infos:
http://www.berlinstory-shop.de/index.php?page=product&info=19.

Wo sind wir gelandet?

Heute morgen am Brotstand im Bio-Supermarkt am Rüdesheimer Platz. Kundin, Typ wohlmeinender Gutmensch: "Ist das auch wirklich 100 Prozent Dinkel?"

Wie sagte neulich Hugo Egon Balder: "Früher gab es Sex, Drugs and Rock´n`Roll. Heute gibt es Rauchverbot, Frauenquote und Laktose-Intoleranz".

Recht hat er. Auch in Berlin wird leider - und nicht nur in Prenzlauer Berg - gnadenlos an der eigenen Selbstveredelung gewerkelt. Am Rüdesheimer Platz gibt es seit Neuestem einen "Kinder Outdoor Shop". Was soll man da noch sagen?!

Nicht genug!

Die Zeitungen melden es heute: Diese Woche startet in Berlin eine Beratungsstelle für heimgekehrte Dschihadisten. Bei Tee und Keksen lässt man noch einmal die schöne Zeit im Krieg gegen die Ungläubigen Revue passieren. Nette Idee. Der Senat, d.h. wir alle bezahlen dafür.

Neuberlinerinnen und Neuberliner, das ist erst der Anfang. Der Fürsorge in Berlin ist noch nicht genug. Es ist Zeit, dass auch ungeschickte Bankräuber, verunsicherte Einbrecher und platzverwiesene Drogendealer beraten werden. Wir müssen uns um sie kümmern. Sonst wird alles nur noch schlimmer.

Natürlich darf man auch die Schulen nicht vergessen. Eltern, deren Kinder das Pech haben, von einem Lehrer unterrichtet zu werden, der Faulheit mit schlechten Noten honoriert, muss geholfen werden. Man muss ihnen den Weg zeigen, wie man einen solchen Schülerschreck schneller los wird. Die Forderung muss überhaupt lauten: Schafft die Noten ab! Weg mit der Rechtschreibung! Die deutsche Sprache ist zu schwer. Mathematik kann man auch einfacher machen: Ich und Du, Müllers Kuh, Müllers Esel, das bist Du. Ein Abzählreim tut es doch auch.

Höchster Beratungsbedarf besteht auch für Menschen, in deren unmittelbarer Nachbarschaft sich irgendetwas verändern soll. Unglaublich, aber in Berlin gibt es neuerdings tatsächlich Versuche, neue Wohnungen zu bauen. Aber bitte schön doch nicht da, wo schon ganz in der Nähe andere Menschen wohnen! Und auf keinen Fall dort, wo es quadratkilometergroße Freiflächen gibt! Hier muss einfach besser beraten werden.

Gründen wir also mehr Beratungsstellen und vor allem mehr Bürgerinitiativen. Volkes Stimme soll erschallen und gehört werden. Überall, bei jedem Neubau, bei jeder Neueinstellung eines Lehrers. A propos Schule: Warum nicht die Dschihadisten zu Vorträgen in Schulklassen einladen? Sie haben bestimmt viele spannende Geschichten auf der Pfanne.

Sport Non-Stop

Witzige Idee für sportbegeisterte Neuberliner: Der Urban Sports Club bietet die Möglichkeit, über 80 verschiedene Sportstätten in ganz Berlin zu nutzen und dabei mehr als 20 Sportarten auszuprobieren.

Wie das geht? Man wird für einen überschaubaren Beitrag Mitglied im Club, erhält einen Ausweis und kann ohne Anmeldung loslegen. Lediglich bei Teamsportarten (Fußball, Basketball etc.) wird um Anmeldung über die Homepage des Clubs gebeten.

Die Sache hat einige Vorteile: Keine Bindung an nur einen Verein mit begrenztem Angebot, Sport treiben überall in Berlin und also gerade dort, wo man sich - beruflich oder privat - aufhält. Neue Sportarten entdecken und ausprobieren.
Die Mitgliedschaft bei Urban Sports kann jederzeit zum Ende des Folgemonats problemlos gekündigt werden. Das Riesenplus gerade für Neuberliner: Man lernt leicht neue Leute kennen und entwickelt mit ihnen neue Aktivitäten.

Fazit: Ich finde diese Idee einer Sportflatrate für die ganze Stadt ausgezeichnet. Wie ich höre, hat der Club in kurzer Zeit bereits 1000 Mitglieder gewinnen können. Das spricht für das Konzept.

www.urbansportsclub.com

Berlin hat ein neues Museum!

Und was für eines: Es zeigt Ex-Menschen, anatomisch aufbereitet. Gleich vorweg: Ein Besuch lohnt sich unbedingt. Davon konnte ich mich gestern Abend bei der Vernissage selbst überzeugen.

Die 20 sogenannten Ganzkörper-Plastinate und 200 präparierten Körperteile geben einen äußerst lehrreichen Einblick in die Struktur und Funktionsweise unserer sterblichen Hülle. Gunther von Hagens und seine Frau Angelina Whalley haben für ihr Dauermuseum am Alexanderplatz bewusst auf die Provokationen früherer Ausstellungen verzichtet. Gut so. Denn ein plastinierter Weihnachtsmann samt Rentier trägt wenig zur Aufklärung bei.

Der ostinate Widerstand gegen das "Menschen-Museum" ist nicht nachzuvollziehen. Wer hineingeht, tut dies freiwillig. Was er sieht, ist instruktiv und zugleich ästhetisch gelungen. Das Design der Ausstellung ist durchdacht und für den medizinischen Laien gemacht. Es spricht auch nichts gegen einen Besuch von Kindern, sofern man sie begleitet und ihnen die Exponate erklärt. Nein, diese permanente Fortsetzung der bekannten "Körperwelten"-Schau ist fraglos eine wertvolle Bereicherung in der nicht eben armen Berliner Museumslandschaft.

www.memu.berlin

Theater-Tipp

In Berlin gibt es über 50 öffentlich geförderte Theater, aber daneben eben auch 300 freischaffende, nicht geförderte Theatergruppen. Zu ihnen gehört ein Brüderpaar, die WOESNER BROTHERS, die man schon länger nicht nur in Prenzlauer Berg kennt. Sie waren sehr mutig, denn sie haben sich vor einem Jahr in einem alten Industriekomplex ein neues Domizil erschlossen und bespielen es abwechselnd mit auswärtigen Truppen: das Pfefferberg Theater.

Es handelt sich wirklich um einen Berg, naja, sagen wir um eine Anhöhe, direkt über der Schönhauser Allee. Der Gebäudekomplex in der Höhe hat eine hochinteressante Geschichte: Seit 1841 und bis in die 1920er Jahre Brauerei (Eigentümer anfangs ein Herr Pfeffer, daher der Name), in der DDR Druckerei und Verlag Neues Deutschland, später Kommunale Wohnungsverwaltung. Nach dem Mauerfall schließlich Stiftung Pfefferberg, die das Gelände an verschiedene Institutionen verpachtet hat.

Die Gebrüder Woesner haben aus einem alten Saal jedenfalls einen wunderbaren Theaterraum erschaffen. Wir sahen "Schillers Sämtliche Werke in 90 Minuten" und waren sehr angetan. Es gibt aber auch eine eigene FAUST-Interpretation und weitere sehr originelle Stücke (siehe Spielplan). Vor (oder nach) dem Besuch der Vorstellung kann man übrigens ausgezeichnet spanisch essen, im Restaurant "Tauro", das auf dem Areal der ehemaligen Brauerei liegt.

www.pfefferberg-theater.de/

Auf ein neues, Neuberliner!

Gut angekommen, im neuen Jahr in Berlin? In- oder Ausländer, jung oder alt, Single oder Paar, betucht oder noch bemüht - egal! Alle herzlich willkommen in der Hauptstadt.
Ein Tipp zum Jahresanfang: Der Chefredakteur des Tagesspiegel schreibt jeden Wochentag einen sehr netten Blog, "Tagesspiegel checkpoint". Witzige Kommentare zum Stadtleben und nützliche Hinweise. Kommt automatisch als E-Mail. Man muss sich nur einmal anmelden. Kostet auch nix.
In diesem Sinne: Lassen Sie sich von dieser Stadt täglich neu überraschen.
Ihr
Thomas Knuth

Goodbye Wowi

Es ist soweit: Letzter Tag im Leben des Klaus Wowereit als "Regierender". Wir, d.h. wir Neuberlinerinnen und Neuberliner sagen: Mach´s gut, Klaus, Du hast es nicht schlecht gemacht.

Ja, eine Ära geht zu Ende, eine neue, bestimmt etwas andere beginnt. Was bleibt von Wowi? Ja, natürlich, sicher, klar: Beim BER hatte er keine glückliche Hand. Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats. Da hätte er genauer hingucken müssen. Sich nicht von dem furchtbaren Ex-Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Rainer Schwarz anlügen und hinhalten lassen dürfen. Auch viel früher die Alarmglocken läuten müssen.

Aber unter dem Strich war Wowereit genau der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt. Er war ganz Berliner, er war authentisch und hat die Stadt deshalb gut repräsentiert. Das Image, das Berlin heute genießt, hat er mitgeprägt. Umtriebig, kommunikativ, offen, beherzt, unbeirrt: So hat er sich für seine Stadt eingesetzt. Was sie geworden ist, hat sie auch ihm zu verdanken.

Goodbye Klaus Wowereit!

Inhalt abgleichen