Berlin

Kunde in Berlin

Haben Sie sich auch schon darüber geärgert, dass Sie als Kunde in Berlin oft wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt werden – wenn man Sie überhaupt beachtet? Verkäuferinnen, die sich hinter Säulen verstecken, Metzger, die darauf bestehen, Ihnen die vor Stunden abgeschnittene Wurst anzudrehen, Kellner, die für Ihre Bestellung nur ein patziges „Hamwa nich“ übrig haben… Was tun?
Wenn die „Dienstleister“ es nicht gelernt haben, uns als Kunden zu behandeln, lehren wir Neuberliner sie es eben! Grüßen Sie laut, wenn Sie ein Geschäft betreten, verabschieden Sie sich hörbar beim Rausgehen. Dem verkniffenen Mann an der Currywurstbude wünschen Sie lächelnd einen wunderschönen Tag. Die ruppige Sprechstundenhilfe verwickeln Sie in ein Gespräch über die beginnende Blütenpracht. Das ewige einfallslose „Außerdem?“ demontieren Sie mit „Reicht es noch nicht für die Tageskasse?“ So helfen Sie mit, Berlin einen anderen Ton zu verpassen.

Kommentare

Hamwa nich - gibbet nich

Also ehrlich, dat ist ja nu dat Klischee schlechthin. Verkäuferinnen hinter Säulen trifft Kunde/in höchstens noch im KaDeWe. Und das auch nur, wenn das Autfitt schätzungsweise unter 1000 Euro liegt. Der größte Teil der "Dienstleister" ist freundlich, bemüht und umgänglich. Meine Person eingeschlossen übrigens.
Weil: "in den Wald und aus dem Wald" hat sich mittlerweile auch in Berlin herumgesprochen. Und da ein gut Teil Berliner/innen inzwischen Zugereiste sind, ehemalige Neuberliner eben, ist der berüchtigete Berliner Tonfall mit dem letzten Eingeboren ausgestorben, als dieser in Rente gegangen ist. Welcher Geschäftsmensch legt schon Wert darauf, daß sein Personal die Kundinnen vergrault? Eben!
Also liebe Neuberliner/innen, wenn ihr noch so ein Exemplar der alten Gattung trefft, so freut euch: es gehört zu einer aussterbenden Art.

Eure Erklärbärin

Na ja...

Sagen wir es so: Die Servicewüste lebt, nach wie vor, leider. Aber Besserung bei Berliner Verkäuferinnen und Verkäufern, Kellnern und sonstigen Kundenkontaktern kann vermeldet werden. Ein Kundenfreundlichkeitstest wäre vielleicht nicht schlecht, um zu "belastbaren Ergebnissen" zu kommen. Wer schwärmt aus, geht in Kaufhäuser und Supermärkte, Kneipen, Restaurants, in Arztpraxen und auf Ämter, um den aktuellen Wert auf der nach oben offenen Vergraulskala zu erheben?
Thomas Knuth