Berlin

Theater aktuell

Zwei Stücke, zwei Kritiken, eine positive und eine (sehr) negative.

Im Deutschen Theater, eigentlich immer eine Bank, läuft "Tod eines Handlungsreisenden", der Evergreen bzw. Everblack von Arthur Miller. Dank eines großartigen Uli Matthes in der Rolle des Willy Loman und auch wegen der beiden Nachwuchskräfte in der Rolle der Söhne des erschöpften Vertreters kann man diese Inszenierung empfehlen. Nur die Frau/Mutter ist eine Fehlbesetzung. Hölzern und unglaubwürdig. Aber Matthes macht das locker wett.

Eine furchtbare Enttäuschung dagegen Becketts "Endspiel" in der Version von Robert Wilson. Letzterer hat aus der postapokalyptischen Farce einen Ringelpitz ohne Anfassen gemacht. Grausam das völlige Missverständnis des Textes. Die existenzialistische Dimension des Stücks, die Auswegslosigkeit als conditione humaine, die Nähe zu Camus´ Sisyphos geht in den penetranten Clownerien ganz und gar verloren. Entsetzlich der Anfang mit nervtötendem Krach in endloser Wiederholung, leer der Schluss.

Ihr
Thomas Knuth