Berlin

Erdogan, Böhmermann und die Grenzen der Satire

Ja, es wird in diesen Tagen auch hier in Berlin wieder heiß diskutiert. Was darf Satire, was darf man öffentlich über den türkischen Staatspräsidenten sagen?

Dabei ist der Fall doch eigentlich klar: Was Böhmermann in seinem Schmähgedicht über Erdogan angeblich nur zu Demonstrationszwecken abgeliefert hat, hat doch mit Satire überhaupt nichts zu tun. Es ist schlicht nur ein ganz geschmackloser, dummer Text. Böhmermann ist ein Schreihals, ein Wichtigtuer, einer, der auf Wellen surft, die andere in Gang gebracht haben. Man glaube doch nicht, dass es ihm um die Sache, also um einen diktatorischen Staatspräsidenten geht, der in seinem Land die Meinungsfreiheit unterdrückt und es auf diese Weise immer weiter von Europa entfernt.

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von scharfzüngigen Kabarettisten. Sie alle haben es nicht nötig, zu Formulierungen zu greifen, die über ihre obszöne Wortwahl hinaus keinerlei Erkenntnisgewinn verschaffen. Wo liegen also die Grenzen der Satire? Genau dort, wo sich als Satire tarnt was in Wahrheit nur das Werk eines narzisstischen Radaubruders ohne Tiefgang und Anstand ist.