Berlin

Berlin hat ein neues Museum!

Und was für eines: Es zeigt Ex-Menschen, anatomisch aufbereitet. Gleich vorweg: Ein Besuch lohnt sich unbedingt. Davon konnte ich mich gestern Abend bei der Vernissage selbst überzeugen.

Die 20 sogenannten Ganzkörper-Plastinate und 200 präparierten Körperteile geben einen äußerst lehrreichen Einblick in die Struktur und Funktionsweise unserer sterblichen Hülle. Gunther von Hagens und seine Frau Angelina Whalley haben für ihr Dauermuseum am Alexanderplatz bewusst auf die Provokationen früherer Ausstellungen verzichtet. Gut so. Denn ein plastinierter Weihnachtsmann samt Rentier trägt wenig zur Aufklärung bei.

Der ostinate Widerstand gegen das "Menschen-Museum" ist nicht nachzuvollziehen. Wer hineingeht, tut dies freiwillig. Was er sieht, ist instruktiv und zugleich ästhetisch gelungen. Das Design der Ausstellung ist durchdacht und für den medizinischen Laien gemacht. Es spricht auch nichts gegen einen Besuch von Kindern, sofern man sie begleitet und ihnen die Exponate erklärt. Nein, diese permanente Fortsetzung der bekannten "Körperwelten"-Schau ist fraglos eine wertvolle Bereicherung in der nicht eben armen Berliner Museumslandschaft.

www.memu.berlin