Berlin

Neueste Nachrichten aus der Kultur

Nur rasch die Kritiken meiner letzten Veranstaltungserlebnisse:

1. Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker im Kabarett "Die Wühlmäuse": platt, banal, ärgerlicher Klamauk. Dudenhöffer mimt den deutschen Spießbürger in der saarländischen Version. Was im Verbund mit Frau und Sohn in der bekannten Fernsehserie noch halbwegs witzig wirkt, ist beim Soloauftritt nur noch vulgär und peinlich. Das Lachen des Publikums sollte dem "Künstler" im Halse stecken bleiben.

2. Pigor und Eichhorn im "TIPI-Das Zelt": Pigor singt bissige Texte und Eichhorn begleitet ihn am Klavier. Was die beiden bieten, ist beste Unterhaltung, weil witzig und politisch zugleich. Highlights: Der IT-Song ("Nieder mit IT"), der Flughafen-Song ("Open this gate") und der Anti-Schloß-Song ("Baut den Palast der Republik wieder auf"). Eine tolle Begleitband (Gitarre, Bass & Schlagzeug) rockt kräftig, nicht nur im Background.

3. "Geschichten aus dem Wienerwald" (Ödon von Horvath) am Deutschen Theater (Regie: Michael Thalheimer): voll in die Hose gegangen die Arbeit von Thalheimer (der schon so viel Gutes in Berlin gemacht hat). Schreiende Schauspieler wo die Banalität des Bösen besser mit leisen Tönen daherkäme. Zeigefinger-Theater mit Holzschnitt-Charakteren (am Ende starren die Akteure hinter Masken auf das Publikum). Das doppelbödige Volksstück als eindimensionales Kleinbürger-Drama. Ohne Tiefe, reine Oberfläche. Eine große Enttäuschung, eine vergebene Gelegenheit für eine würdige Wiederaufführung dort, wo das Stück 1931 Uraufführung hatte. Am Stück und den Schauspielern lag es nicht. Thalheim hat es diesmal versiebt.