Berlin

Die Mauer und der Kalte Krieg

Meistgestellte Frage von Berlin-Besuchern: "Wo war die Mauer?" Es ist, als wolle man das Schicksal der Flüchtenden wie der Ausharrenden aus den übrig gebliebenen Bruchstücken erspüren und sich gemeinsam der Erleichterung versichern, dass auch dieses grausame Bauwerk schließlich zum Einsturz gebracht wurde.

Wer sich ein Bild machen will, wie der Alltag in Berlin aussah, als die Mauer noch stand, der sollte unbedingt ins Panorama am Checkpoint Charlie gehen. Wiederum ist es dem iranischen Künstler Yadegar Asisi gelungen, mit viel Liebe zum Detail eine Nachbildung zu schaffen, die äußerst authentisch und aufschlussreich wirkt. Von der Empore im Innern des Rundgebäudes blickt man von der Kreuzberger Seite über die Mauer Richtung Osten. Ich habe Menschen, die zu Mauerzeiten in Berlin lebten, im Panorama weinen sehen. Infos: http://www.asisi.de/index.php?id=103.

Es ist zu empfehlen, den Besuch des aufwändig gestalteten Mauer-Ausschnitts mit der Ausstellung zum Kalten Krieg in der sogenannten Black Box zu verbinden. Vom Panorama sind es nur wenige Schritte. Ein Kombi-Ticket wird angeboten. Am Checkpoint Charlie standen sich am 27. Oktober 1961, zwei Monate nach dem Mauerbau, sowjetische und amerikanische Panzer 16 Stunden lang gefechtsbereit gegenüber. Es war dies der heißeste Moment im Kalten Krieg. Bewohner der geteilten Stadt durften hier nicht passieren, sondern ausschließlich Ausländer und Diplomaten. Hier spielten sich Dramen gescheiterter Fluchtversuche – wie der von Peter Fechter – ab, den die DDR-Grenzschützer verbluten ließen. Die Ausstellung mit 500 Exponaten ruft aber nicht nur die Geschichte des allierten Grenzübergangs in Erinnerung, sondern insgesamt die Zeit des Kalten Krieges von 1948 bis zum Zerreißen des "Eisernen Vorhangs" nach 1989 in unser Gedächtnis zurück.