Berlin

Wer oder was nervt in Berlin? Teil 8: Unwillige Migranten

Gar keine Frage: Ausländer sind willkommen als Bürger von Berlin. Sie leisten einen erheblichen Beitrag auf vielen Feldern, in Wirtschaft und Kultur. Sie sind Teil dieser Stadt. Aber es gibt unleugbare Probleme mit der Integration, vor allem bei türkischen und arabisch-stämmigen Menschen.
Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Berliner Grünen, hat neulich eine Sprachoffensive für Berlin gefordert. Er übersieht dabei das Wichtigste: die Tatsache, dass die sprachliche Integration ausländischer Mitbürger und ihrer Kinder nicht nur eine Holschuld Berlins, sondern hauptsächlich eine Bringschuld der Zugewanderten ist.
Folgendes Erlebnis: Eine vietnamesische Mutter sagt ihrer kleinen Tochter im Kinderwagen beim Spaziergang die Zahlen auf Deutsch vor. Ganz geduldig. Das Kind wiederholt. Wenn gleichzeitig große Werbeplakate in Kreuzberg in türkischer Sprache verfasst sind, zeigen sich hier ganz deutlich die Unterschiede zwischen den in Berlin lebenden Ausländern und die damit zusammenhängenden gravierenden Fehlentwicklungen.
Absurd ist bei Mutlu zudem die Vorstellung, Berlin könne wie aus einem Füllhorn weiter Geld für multikulturelle und multilinguale Schulen bereitstellen. Er kennt offenbar die finanzielle Situation der Stadt nicht. Es klingt hart, aber stimmt dennoch: Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, muss von sich aus alles tun, um sie zu lernen. Angebote sind reichlich vorhanden, Eltern haften für ihre Kinder. Dies gilt übrigens nicht nur für Ausländer in Berlin.

Demnächst: Teil 9 / Dünne Blätter - Keine Hauptstadtzeitung in Sicht