Berlin

Wer oder was sind die Piraten eigentlich?

Auf diese Frage gibt ein neues Buch fundierte Antworten: "Das Betriebssystem erneuern - Alles über die Piratenpartei" (Stefan Appelius / Armin Fuhrer. Berlin Story Verlag).
Die Autoren - der eine Politikwissenschaftler, der andere investigativer Journalist - sind dem Phänomen auf den Grund gegangen. Sie begreifen die Erfolgsgeschichte der Piraten als Ausdruck einer tiefgreifenden Krise unserer repräsentativen Demokratie. Für ihre Recherche sind sie quer durch Deutschland gereist, haben die Piratenbasis auf Parteitagen in den Ländern erlebt und mit führenden Köpfen gesprochen.
Ausführlich werden die zentralen Konzepte der Partei dargestellt: liquid democracy als neue Form der Mitwirkung für alle Bürger und liquid feedback als Instrument interner Entscheidungsfindung. Die Defizite der noch jungen Gruppierung, die unter anderem in der rudimentären Programmatik, aber auch in der schwierigen praktischen Umsetzung einer direkteren Art von Mitbestimmung liegen, werden dabei nicht ausgespart.
Entstanden ist so eine erfreulich vorurteilsfreie, sehr informative und breit angelegte Bestandsaufnahme, die die Bedeutung der Piratenpartei schon darin erkennt, dass die etablierten Parteien und die politische Landschaft insgesamt durch sie Anstöße erhalten, die auch bei einem möglichen Scheitern der neuen Partei wirken werden.